Harburg
Warnstreik

Bis Montag gibt es keine Briefe in Harburg

Post-Warnstreik: 60 Mitarbeiter des Zustellstützpunktes Harburg haben die Arbeit niedergelegt. Bei der Kundgebung sprachen ihr Betriebsratsorsitzender Jörn Borsum und ihr ver.di-Betriebsgruppenvorsitzender Peter Jagusch

Post-Warnstreik: 60 Mitarbeiter des Zustellstützpunktes Harburg haben die Arbeit niedergelegt. Bei der Kundgebung sprachen ihr Betriebsratsorsitzender Jörn Borsum und ihr ver.di-Betriebsgruppenvorsitzender Peter Jagusch

Foto: Lars Hansen

Briefträger befinden sich im Warnstreik – auch in Neugraben, Neu Wulmstorf und Hanstedt. Wie lange der Streik andauern soll, lesen Sie hier.

Harburg. Streiken heißt normalerweise, die Arbeit, die man eigentlich gerade tun sollte, aus Protest nicht zu erledigen. Jörn Borsum streikt sogar an seinem freien Tag: Wenn die Belegschaft demonstrieren geht, muss der Betriebsratsvorsitzende da sein. Das gilt bei der Post genauso, wie in der Autofabrik.

Die Versammlung auf dem Herbert-Wehner-Platz leitet Borsum allerdings nicht. Das Wort hat Peter Jagusch, Vorsitzender der Ver.di-Betriebsgruppe bei der Harburger Post, denn nicht der Betriebsrat hat zum Warnstreik aufgerufen, sondern die Gewerkschaft. 60 Briefträgerinnen und Briefträger des Zustellstützpunktes Harburg sind dem Aufruf der Gewerkschaft zum Warnstreik gefolgt. Im Stützpunkt verbleiben 20 Beamte, die nicht streiken dürfen.

„Das heißt aber nicht, dass ein Fünftel der Briefe zugestellt werden“, sagt Ver.di-Fachsekretär Thomas Ebeling, „denn die Arbeitsabläufe sind erheblich gestört. Die Beamten müssen die Briefe ja selbst sortieren. Wir merken jetzt schon, dass der Warnstreik erhebliche Auswirkungen hat. Bundesweit schätzen wir den Sendungsrückstau bereits sechsstellig.“

Bis einschließlich Sonnabend soll der Warnstreik andauern. Außer den Harburger Zustellern streiken auch die Angestellten in Neu Wulmstorf und in Hanstedt. Der Hintergrund der Entschlossenheit: Die Post gründet derzeit ein neues Tochterunternehmen, das dem Haustarif des gelben Logistikriesen nicht verpflichtet ist und deutlich niedriger bezahlt. Alle neuen Zusteller sollen für das neue Unternehmen arbeiten. Die alten Briefträgerinnen und Briefträger befürchten, ersetzt zu werden, oder zumindest mit dieser Drohung erpressbar zu sein. (xl)