Harburg
Buchholz

Neuer Erster Stadtrat ist voller Tatendrang

Dirk Hirsch ist der neue Erste Stadtrat von Buchholz, hier mit Ehefrau Michaela und Sohn Milo (zwei Monate)

Dirk Hirsch ist der neue Erste Stadtrat von Buchholz, hier mit Ehefrau Michaela und Sohn Milo (zwei Monate)

Foto: Rolf Zamponi

Dirk Hirsch, der neue Erste Stadtrat von Buchholz, wird sich ab 1. August um Soziales und Finanzen in der Stadt kümmern.

Buchholz. Die grüne Tasche mit dem Aufdruck Buchholz hat er schon und der Weg zur Empore ist rasch gefunden. Dirk Hirsch , der gerade gewählte neue Erste Stadtrat von Buchholz, war am Pfingstwochenende mit seiner ganzen Familie erneut zur Stippvisite an seinen künftigen Wirkungsstätte gestartet. Mehr als zwei Stunden nahm er sich bei Cola und Cappuchino Zeit für das Abendblatt. Hirsch ist sicher: „Die neue Aufgabe ist genau das Richtige für mich.“

Der Vertrag gilt für die nächsten acht Jahre

Durchgesetzt hat sich der 36-jährige, in Schleswig geborene, parteilose Verwaltungsfachmann in einer bundesweiten Ausschreibung, bei der zuletzt noch drei Kandidaten übrig blieben. Er hatte sich auch nach den Gesprächen mit den Fraktionen Chancen ausgerechnet, aber ganz sicher war er sich vor seiner Wahl nicht. „Das würde für mich überheblich klingen“, sagt er.

Aber die Gespräche waren „gut“ und nun ist klar, dass zum 1. August der Wechsel ansteht. Der Vertrag gilt für die kommenden acht Jahre. Die Familie, zu der Ehefrau Michaela und die Söhne Luan (2) und Milo (zwei Monate) zählen, will nun ein Haus im Stadtgebiet mieten.

Wichtig ist ihm auch die Arbeit mit Kindertagesstätten

Gereizt hat den Diplom-Vewaltungswirt, der in Altenholz bei Kiel studiert hat, vor allem die besondere Kombination von Aufgaben, die er in der größten Stadt des Landkreises Harburg übernehmen soll. Er wird sowohl für Soziales sowie als Dezernent auch für die Finanzen zuständig sein. „So etwas gibt es bei Verwaltungen nicht oft“, sagt Hirsch. Als jungem Familienvater liegt ihm auch die Arbeit mit Kindertagesstätten am Herzen. Das passt schon deshalb, weil in Buchholz nun die Krippen ausgebaut und auch in die Grundschule Steinbeck investiert werden soll.

Ohnehin fallen bei der Unterbringung von Flüchtlingen soziale Aspekte und deren notwendige Finanzierung als Aufgaben zusammen. „Wir haben im Amt Eiderkanal (Kreis Rendsburg-Eckernförde) Patenschaften von Familien zu den geflohenen Menschen gefördert. Das könnte auch ein weiterer Ansatz für Buchholz sein“, sagt Hirsch, der bis zum seinem Wechsel dort leitender Verwaltungsbeamter ist.

Steuererhöhung sei kein probates Mittel

Damit ist er auch gleich beim Thema Haushalt, der künftig sein zweiter Schwerpunkt sein wird. „Es wird darauf ankommen, nachhaltig zu wirtschaften“, sagt der neue Finanzchef und Vertreter von Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse. Darunter versteht Hirsch etwa Fördermittel für die energetische Sanierung einzuwerben, um die Substanz von Gebäuden zu verbessern. Bessere Standards ließen die Kosten für den Unterhalt sinken. Damit würden wieder wertvolle Mittel gespart. Hirsch weiß: „Es gibt kein Patentrezept für den rund 65 Millionen Euro schweren Haushalt.“ Das hat er auch bei seiner Vorstellung betont. Wichtig scheint ihm aber, finanzielle Freiräume zu schaffen, um investieren zu können. Die Steuern erneut zu erhöhen, hält er jedoch für „kein probates Mittel.“ Eher schon, Bund und Land daran zu erinnern, dass die Kommunen bei denen ihnen aufgetragenen Aufgaben nicht allein gelassen werden dürfen. „Unsere Position muss gestärkt werden.“

Nach dem Abitur absolvierte er eine Banklehre

Die Verwaltungsarbeit auf kommunaler Ebene hat Hirsch von der Pike auf gelernt. Zwar entschloss er sich nach dem Abitur in Schleswig zunächst zu einer Banklehre und arbeitete nach dem Abschluss noch zwei Jahre für die heutige Nordostsee-Sparkasse, bei der er auch für kommunale Kredite zuständig war. Doch dann studierte er von 2003 bis 2006, war Sachbearbeiter in Preetz und Eggebek und wurde an seiner jetzigen Arbeitsstelle, dem Amt Eiderkanal, erstmals Fachbereichsleiter für Finanzen und interne Organisation und Chef von 16 Mitarbeitern. Es folgte die Position als stellvertretender Verwaltungsleiter und von 2010 an die Führungsposition auf dieser Ebene.

In der Freizeit liest er gerne Krimis

Im Mai 2013 heirateten Dirk und Michaela Hirsch, die wir ihr Mann Diplom-Verwaltungswirtin und derzeit in Elternzeit ist. Geplant ist, dass die ehemalige Badminton-Spielerin aus der 2. Bundesliga und heutige Hobbyreiterin mit eigenem Pferd in einigen Jahren wieder in ihren Beruf einsteigt. Dirk Hirsch liest in seine Freizeit gern Krimis oder ist mit dem Labrador Emma unterwegs. Natürlich steht auch für ihn die Familie im Mittelpunkt. Gemeinsam starten sie gern zu Ausflügen.

Am Sonntag nähert sich der Besuch in Buchholz seinem Ende. Die Familie bricht auf. Es steht noch ein weiterer Termin auf dem Programm, bevor es zurück nach Hause geht. Doch es wird nicht mehr lange dauern bis die Schleswig-Holsteiner zu Buchholzern werden. „Wir wollen uns schnell einleben und Wurzeln schlagen.“ (Rolf Zamponi)