Harburg
Winsen

Bittere Bilanz für das Winsener Stadtfest

Zwei 16-jährige Jugendliche wurden stark alkoholisiert aufgegriffen und den Eltern übergeben

Zwei 16-jährige Jugendliche wurden stark alkoholisiert aufgegriffen und den Eltern übergeben

Foto: Daniel Kalker / dpa

Angriffe, Blut, Verletzte: Der Chef des Winsener Streifendienstes möchte das Stadtfest auf einen anderen Termin als Himmelfahrt legen.

Winsen. Das Winsener Stadtfest ist vorüber, doch anders als die Veranstalter zieht die Polizei in der Kreisstadt eine eher bittere Bilanz. Zahlreiche Einsätze beschäftigten die Beamten auch in diesem Jahr. Insgesamt rückten die Angehörigen des Polizeikommissariats in Winsen mehr als 50 mal aus. An den fünf Stadtfesttagen setzte die Polizei darüber hinaus Präventions- und Jugendschutzstreifen in Zivil ein.

Denkwürdige Einsatz-Bilanz

Die Einsatz-Bilanz gibt zu denken: Ein Raub, neun Diebstähle , davon sechs entwendete Smartphones, fünf Körperverletzungen, davon dreimal gefährliche Körperverletzung. Darüber hinaus Sachbeschädigungen, Randalierer, fünf hilflose Personen, die volltrunken waren, illegaler Drogenbesitz und Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen grob ungehöriger Handlungen.

Ein 17-Jähriger wurde mit 3,2 Promille im Blut nach Streitereien auf dem Schloßplatz quer durch Winsen verfolgt und anschließend Opfer einer gefährlichen Körperverletzung, bei der er mehrfach geschlagen und am Boden liegend mehrfach getreten wurde. Das Opfer erlitt der dabei Wirbelbrüche und wurde stationär im Winsener Krankehaus aufgenommen.

Neun Festbesucher beim Tanzen bestohlen

In neun Fällen wurden Stadtfestbesucher bestohlen, während sie tanzten oder den Musikdarbietungen zusahen, zumeist fehlten die Smartphones und Geldbörsen. Nachdem die Polizei zwei Täter gestellt hat, hörten die Diebstähle auch prompt auf.

Ein 18-jähriger Winsener wurde von einem 17-Jährigen vom Stadtfestgelände ins Dunkle gelockt. Dort schlug der Täter mehrfach auf das Opfer ein, drohte ihm, diesen „abstechen“ zu wollen, wenn er nicht seine Taschen ausleere. Letztlich wurden ihm das iPhone sowie die Zigaretten geraubt. Die Polizei musste mehrfach Streitigkeiten schlichten, zwei Randalierer landeten in der Gewahrsamszelle der Polizei.

Starke Alkoholisierung von Jugendlichen

Auf dem Schloßplatz wurde ein 16-jähriges Mädchen aufgegriffen, dass sich aufgrund seiner starken Alkoholisierung mehrfach übergeben musste. Die Polizeibeamten brachten die junge Frau zu ihren Eltern. Ebenfalls in die Obhut seiner Eltern wurde ein 16-Jähriger übergeben, nachdem dieser mit 1,78 Promille ins Stolpern geraten und in einen Zaun gestürzt war.

Schwerpunkt der Negativereignisse am „Vatertag“ war neben der Winsener Innenstadt der Bereich Grevelau. Eine Vatertagsgruppe war gerade dabei, ihren defekten Kühlschrank in der Natur zu entsorgen, als sie von einer Polizeistreife angetroffen wurde. Leider war der Hauptverursacher aufgrund seines Alkoholisierungsgrades nicht mehr in der Lage, die Teile selbst einzusammeln. Bei dem Versuch stürzte er mehrfach.

Strafverfahren gegen Vatertagstourer eingeleitet

Einem Vatertagstourer wurde in das Gesicht getreten. Eine Person leistete der Polizei Widerstand. Einer Polizeibeamtin wurde Blut ins Auge gespuckt. Ein Vatertagstourer meinte gegen einen Funkstreifenwagen urinieren zu müssen. In allen Fällen leitete die Polizei Strafverfahren ein. Die bespuckte Polizeibeamtin begab sich in das Winsener Krankenhaus und ließ sich dort eine Blutprobe entnehmen, um die Infektion mit einer ansteckenden Krankheit ausschließen zu können. Aus gleichem Grund wurde auch dem Täter eine Blutprobe entnommen.

Ein 21-jähriger Steller sprang einem vorbeifahrenden Pkw auf die Motorhaube. Als der Fahrer seinen Wagen im Schreck abbremste, rutschte der Mann von der Motorhaube und der Pkw rollte über sein Bein. Der Mann erlitt zum Glück nur leichte Verletzungen und kam mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus.

In mehreren Fällen wurde durch das Einschreiten der Bundespolizei wie auch der Winsener Polizei ein Betreten der Bahngleise (Hauptfahrstrecke Hamburg-Hannover) durch alkoholisierte Jugendliche verhindert.

Fazit des Stadtfestes 2015

Das Fazit des Einsatzleiters Michael Zidorn: „Das Einsatzgeschehen ist für uns leider nichts Besonderes und entspricht dem der Vorjahre. Erneut hat sich gezeigt, dass eine Vielzahl von stark alkoholisierten Jugendlichen am Ende ihrer Vatertagstour das Stadtfest aufsucht und dort für unschöne Bilder und Polizeieinsätze sorgen.“ Nicht zuletzt aus diesem Grund spricht sich der langjährige Leiter des Einsatz- und Streifendienstes in Winsen für aus, das Stadtfest auf einen anderen Termin zu legen. (HA)