Harburg
Hittfeld

Scheune soll kultureller Treffpunkt werden

Das Hittfelder Hus hat erweitert. Inhaber Carsten Poser will in der Fachwerkscheune Lesungen und Ausstellungen anbieten

Hittfeld.  Regional, saisonal muss eine gute Landhausküche auf jeden Fall sein. Das sieht auch Carsten Poser so, der in seinem „Hittfelder Hus“ in der Harburger Straße seit gut anderthalb Jahren die Gaumen seiner Gäste verwöhnt. Tischdecken und Silberleuchter sucht man hier vergebens, passend zur Küche überzeugt die Einrichtung des Restaurants mit Landhauslook, gemaserten Holztischen und einem gemütlichem Ambiente.

In der Küche steht Arne Schönrock am Herd, unterstützt wird er dabei von Thorsten Moll. Beide haben Erfahrungen in Sterne-Küchen gesammelt, jetzt setzen sie gemeinsam ganz entspannt ihre Vorstellungen von anspruchsvoller Küche um, die auf dem Teppich bleibt. Die Portionen, die bei ihnen auf den Teller kommen, sind nicht mikrobisch klein, sondern geben dem Gast Gelegenheit, die einzelnen Komponenten der Gerichte auch wirklich zu erschmecken und vor allem zu genießen. Auf der Karte stehen Klassiker: eine saftige Rindsroulade, Rumpsteak und Bratwurst, natürlich hausgemacht und mit Kräutern aromatisiert. Bevor es überhaupt ans Speisen geht, bringt der freundliche Service selbstgebackenes Brot auf den Tisch, dazu wird gut gekühlte Butter gereicht.

Carsten Poser entwickelt gern Neues, schon der Aperitif, japanischer Reisschnaps auf Eis, aufgegossen mit Prosecco und Zitronensaft, macht Lust auf mehr. Spätestens jetzt ahnt man: Auch die Klassiker, versehen mit neuen Elementen, können in diesem Hause einen erfahrenen Genießer überraschen. Dabei bleibt aber alles bodenständig: „Elitäres Gourmetgehabe – das ist nicht meins“, sagt Poser bestimmt. Neben den Klassikern wird zusätzlich eine Tageskarte geboten, hinzu kommen ein Drei oder Vier-Gänge Menü. Die Kreativen in der Küche haben zurzeit zum Beispiel ein Entensauerfleisch mit Bratkartoffeln und Kronsbeeren auf der Karte stehen, Fleischliebhaber werden mit Entrecote vom Weiderind beglückt, vorher könnten sie sich zum Beispiel eine Rote-Bete-Suppe mit Brombeermark und Frischkäse zu Gemüte führen. Auch der Blick in die Weinkarte überrascht, denn Poser hat ein Faible für die jungen deutschen Winzer, die unkonventionell sind und überraschen – und deshalb besonders gut zur Küche seines Hauses passen. Wer Bewährtes bevorzugt, ist ebenso gut versorgt, mit den Roten und Weißen aus Frankreich, Italien, Chile oder Südafrika. Die Hittfelder haben das Restaurant inzwischen für sich entdeckt. Carsten Poser kann sich über Gästemangel nicht beschweren. Deshalb hat er nun ausgebaut.

Im Sommer kann man nun im hübsch angelegten Garten selbstgebackene Kuchen, unter anderem eine französische Himbeer-Joghurt-Baisertorte genießen. Außerdem hat Poser der alten Fachwerkscheune nebenan neues Leben eingehaucht. Hier sitzt man bei Kerzenschein an rustikalen Tischen und genießt das nette und urige Ambiente. Hier soll ein kleiner Treffpunkt für Kultur entstehen, Poser denkt da an Lesungen, Kunstausstellungen und Kochevents aber natürlich kann man die Scheune auch als Ort für die eigene Feier mieten.