Harburg
Buchholz

Baumpflanzung: Schaufeln für den Frieden

Die Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat pflanzt in Buchholz einen Baum als Symbol des Friedens

Die Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat pflanzt in Buchholz einen Baum als Symbol des Friedens

Foto: Corinna Panek

Eine Geste des Friedens: Islamische Reformbewegung Ahmadiyya spendet der Stadt Buchholz einen Baum als Symbol der Verständigung

Buchholz. „Liebe für alle, Hass für keinen“, ist das Motto der islamischen Reformbewegung Ahmadiyya Muslim Jamaat. Auch in Buchholz ist sie mit einer rund 80 Mitglieder großen Gemeinde vertreten und setzt sich für Frieden, Toleranz und Verständigung ein. Das ist jetzt für jedermann sichtbar: An der Lindenstraße steht auf der Grünfläche gegenüber dem Kabenhof ein neuer Baum. Die Unterorganisation der Ahmadiyya, Majlis Ansarulla, deren Angehörige Männer über 40 Jahre sind, spendet bundesweit Bäume an Städte und Gemeinden, die im Rahmen einer kleinen Zeremonie gepflanzt werden.

Südlicher Zürgelbaum

In Buchholz steht jetzt ein Südlicher Zürgelbaum (Celtis australis), der rund ums Mittelmeer sowie in Asien beheimatet ist. Der Baum trägt später essbare Früchte, das harte und zugleich elastische Holz dieser Bäume eignet sich zum Beispiel für den Bau von Musikinstrumenten, Wagenrädern und Rudern. Der Laubbaum kann bis zu 25 Meter hoch werden. Die Gemeindevertreter stiften außerdem eine kleine Tafel mit einer Inschrift für den Baum. Der Imam Usman Naveed, der regionale Gemeindevorsteher Mohammad Afzal und der Vorsitzende der lokalen Majlis Ansarulla, Mirza Mohammad Akram, sowie Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse griffen zur Schaufel, eine Handvoll Publikum schaute zu, Vertreter der Ahmadiyya-Gemeinde spannten ein Transparent mit dem besagten Friedensmotto auf.

„Wir zeigen damit, dass wir offen sind und uns gern integrieren wollen“, sagte der Imam Usman Naveed, der in Niedersachsen insgesamt sechs Gemeinden betreut. „Wir zeigen damit auch, dass wir für die Stadt da sind, etwa wenn wir für soziale Zwecke gebraucht werden.“

Sponsorenläufe und Frühstückstreffs für Frauen

Der Imam stellte die Arbeit der Ahmadiyya-Gemeinden vor. Es gebe Gruppen für Jugendliche, Senioren und Frauen, die eigene Vorstände haben. Die Gemeinden veranstalten Sponsorenläufe, Frühstückstreffs für Frauen, interreligiöse Dialoge und Speisungen von Obdachlosen . Außerdem betreuen sie eigene Entwicklungshilfeprojekte wie Krankenhaus- und Schulbau in Afrika. „Unser Ziel ist zum einen, Gott zufrieden zu stellen, zum anderen, eine liebevolle Atmosphäre der Menschen untereinander zu schaffen“, erklärte der Imam.

Empfang im Rathaus

Bürgermeister Röhse empfing die Delegation der Gemeinde anschließend im Rathaus. „Ich finde diese Geste gut und richtig. Der Baum steht an einer für alle sichtbaren Stelle. So wie er sich verwurzelt und wächst, soll es auch die Gemeinde tun“, sagte er. Er verwies auch auf Buchholz’ französische Partnerstadt Canteleu. „Dort gibt es drei Moscheen und mittlerweile mehr

als Christen. Es gibt dort keinerlei religiöse Spannungen. Daran können wir uns ein Beispiel nehmen, und Ihre Aktion zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind“, wandte er sich an die Gemeindevertreter, die ihm noch ein Schiff in Acryl als Geschenk überreichten und außerdem ein paar orientalische Leckereien dabei hatten.

Reformbewegung Ahmadiyya hat weltweit zehn Millionen Mitglieder

Die Reformbewegung Ahmadiyya Muslim Jamaat hat weltweit zehn Millionen Mitglieder und ist in 200 Ländern vertreten. In Deutschland hat sie etwa 30.000 Angehörige. Gegründet wurde sie bereits 1889 von Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad. Die Gemeinschaft tritt für die ursprünglichen Werte des Islam ein: Barmherzigkeit gegenüber allen Menschen, Gerechtigkeit, Gleichstellung von Männern und Frauen, Trennung von Religion und Staat, Beendigung von Gewalt im Namen der Religion und Achtung der Menschenrechte, wie sie der Koran vorgibt.

Weitere Infos unter www.ahmadiyya.de