Harburg
neu wulmstorf

Schulen planen den Standort-Tausch

Grund- und Hauptschule Neu Wulmstorf sollen verlegt werden. Die Kostenfrage ist allerdings ungeklärt

neu wulmstorf. Die Hauptschule am Vossbarg in Neu Wulmstorf leistet gute Arbeit. Ihr Konzept ist allgemein anerkannt und wird von der Politik immer wieder gelobt. Doch dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel kann sie sich genauso wenig verschließen wie die Gemeinde Neu Wulmstorf. Die Mitglieder des Schulausschusses machten auf der jüngsten Sitzung nun deutlich, dass an der Umstrukturierung des Schulstandortes kein Weg vorbeiführt. Wer den damit verbundenen Schulgebäudetausch zwischen Grundschule und Hauptschule bezahlt, soll zwischen Verwaltung und Landkreis ausgehandelt werden.

Immer weniger Eltern schicken ihre Kinder auf die Hauptschule. 2019/2020 wird die Einrichtung in der Moritz-Arndt-Straße voraussichtlich so wenig Schüler haben, dass sie nur noch einzügig geführt werden kann. Doch das ist per Gesetz nicht möglich. Die Grundschule am Moor hingegen platzt aus allen Nähten. 400 Kinder gehen dort zurzeit zur Schule – Tendenz steigend. Die Ausschussmitglieder einigten sich nun bei drei Enthaltungen darauf, das Gebäude der jetzigen Hauptschule der Grundschule am Moor voraussichtlich zum Schuljahresbeginn 2017/2018 zur Verfügung zu stellen. In den Räumen wäre dann auch der angestrebte Ganztagsschulbetrieb problemlos möglich. Die Hauptschule wechselt entsprechend in die Räume der Grundschule und beginnt, den ersten Jahrgang der fünften Klasse in der neuen Schulform – IGS oder Oberschule – zu unterrichten. Ursula Stahmer, Leiterin der Hauptschule, betonte, dass der Tausch der Gebäude zwar die beste Alternative, aber nicht so leicht zu machen sei. Der Hauptschule, deren Schüler ab Klasse 6 weiter als Hauptschulklassen geführt werden und ihren Abschluss auch an der Hauptschule machen werden, fehlten Fachräume. Eine Kooperation mit der Realschule müsste zwingend sichergestellt werden. Auch aus Sicht des Landkreises ist es notwendig, das Schulangebot umzustrukturieren. In der Sache bestehe Einigkeit, betonte Kreis-Ordnungsamtsleiter Friedrich Goldschmidt in einem Schreiben an Bürgermeister Wolf Rosenzweig. Doch der Landkreis sei als Träger auf Sicht finanziell nicht in der Lage, die künftige Oberschule räumlich so auszustatten, dass sie mit dem erarbeiteten Konzept gute Entwicklungsvoraussetzungen hätte. Die Ausschussmitglieder waren sich allerdings einig, die Frage der Finanzierung weiter mit dem Kreis verhandeln zu wollen und erteilten der Verwaltung einen entsprechenden Arbeitsauftrag. Malte Kanebley (CDU) machte im Gespräch mit dem Abendblatt deutlich, dass er den Landkreis in der Verpflichtung sieht, sich an den Kosten zu beteiligen. „Das ist eine politische Entscheidung, nicht die der Verwaltung.“