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Kita-Streik: Tostedt stellt Raum für Eltern

Streikende Mitarbeiter von Kindertagesstätten halten ein Transparent mit der Aufschrift „Wir sind es wert“. Viele Kitas in Hamburg und einige im  Landkreis Harburg blieben am Freitag geschlossen. Die Mitarbeiter streikten

Streikende Mitarbeiter von Kindertagesstätten halten ein Transparent mit der Aufschrift „Wir sind es wert“. Viele Kitas in Hamburg und einige im Landkreis Harburg blieben am Freitag geschlossen. Die Mitarbeiter streikten

Foto: Carsten Rehder / dpa

Mindestens 300 Kinder in Samtgemeinde ohne Betreuung. Kein Streik in Winsen, Rosengarten, Seevetal und Jesteburg. Auch der Bezirk Harburg betroffen.

Tostedt. Auf die Mütter und Väter kommt eine harte Woche zu. Die Gewerkschaft Ver.di hat die Erzieher in den Einrichtungen, die der Gemeinde gehören, zum unbefristeten Streik aufgerufen. Sie fordern mehr Geld für die Erzieher. Künftig sollen die Erzieher mehrere Tarifstufen höher eingruppiert werden. Das kommt einer Gehaltserhöhung von zehn Prozent gleich.

Insbesondere in der Samtgemeinde Tostedt schlägt der Streik voll durch, da sich die Mehrzahl der Kindertagesstätten in kommunaler Trägerschaft befinden. Es zeichnet sich ab, dass sieben von neun Kitas der Samtgemeinde in der nächsten Woche streiken. Mindestens 300 Kinder sind betroffen. Manche Kitas machen die gesamte Woche dicht: Zu ihnen gehören die Kita Kinderland und die Kita Tostedt.

Das stellt die Eltern vor Probleme. Wohin mit dem Nachwuchs? Die Samtgemeinde Tostedt versucht nun, den Eltern entgegen zu kommen. Bürgermeister Peter Dörsam kündigte an, einen Raum auf dem Schulgelände an der Poststraße zur Verfügung zu stellen, damit die Eltern ihre Kinder unterbringen können. „Wir können keine Betreuung anbieten, wollen aber mit einem Raum helfen“, so Dörsam.

Zudem denkt die Samtgemeinde darüber nach, die Eltern finanziell zu entschädigen und möglicherweise einen Teil der Betreuungsgebühren zu erstatten. Im Internet hält die Verwaltung einen Überblick bereit, welche Kitas wann streiken (www.tostedt.de). Die Verwaltung rät den Eltern, sich dennoch noch einmal in der von ihren Kindern besuchten Kita über die Lage zu erkundigen.

In Buchholz sind zwei von drei städtischen Kindergärten betroffen. Während der Kindergarten Sprötze voraussichtlich gar nicht bestreikt werden solle, gibt es in den Einrichtungen „Kinderwelt“ und Kattenberg (Steinbeck) eingeschränkte Öffnungszeigen. „Am Kattenberg ist zudem die Krippe geschlossen“, sagt Pressesprecher Heinrich Helms. Davon seien 30 Kleinkinder betroffen. Die Eltern seien informiert worden, eine Notbetreuung werde nicht angeboten.

Andere Teile des Landkreises bleiben vom Streik verschont: Das gilt für Neu Wulmstorf, Winsen, Rosengarten, Seevetal und Jesteburg. Dort liegt die Trägerschaft der Kitas nicht in den Händen der Stadt oder der Gemeinden. Sozialverbände wie beispielsweise DRK und AWO, die Kirchen oder Vereine haben ihre eigenen Tarife und sind vom den Streik nicht betroffen.

Allein das Deutsche Rote Kreuz Harburg-Land ist im Landkreis Träger von 37 Kindertagesstätten. „Da passiert gar nichts und wird auch erstmal nichts passieren“, sagt Roger Grewe, Geschäftsführer des DRK Harburg-Land.

Auch im Bezirk Harburg sind nicht alle Einrichtungen betroffen. So sind die Kindertagesstätten Kennedyhaus und im Schneverdinger Weg zwar in kommunaler Trägerschaft. Die Bediensteten werden aber nach dem Tarif der Stadt bezahlt, für den es zum 1. März eine Einigung gab.

Bei Elbkinder werde es in den meisten Kitas und den anderen Standorten zumindest eine Notbetreuung geben. In einigen Häusern werde das Angebot auch aufrecht erhalten, teilte die Einrichtung mit. Im Kindergarten der Technischen Universität ging die Betreuung am Freitag weiter. Dort ist aber noch ungewiss, wie es weitergeht.

In dem Streik geht es den Erziehern auch um mehr Anerkennung ihrer Jobs in der Gesellschaft. „Die Anforderungen an den Beruf sind gestiegen“, sagt Grewe dazu. Das gelte aber auch für die anderen sozialen Berufe.

„Eine Tariferhöhung von zehn Prozent muss aber ins Gefüge passen.“ Mit anderen Worten: Der Rettungssanitäter und die Krankenschwestern dürften nicht das Nachsehen haben. „Auch in diesen Berufen steigen die Ansprüche “, so der DRK-Geschäftsführer.