Harburg
Gastronomie

Harburg bekommt ein Hofbräuhaus

Typische Hofbräuhaus Szenerie. Bald heißt es auch in Harburg: „O’zapft is“. Zur Mass Bier werden beispielsweise Schweinshaxe, Sauerkraut und Knödel serviert

Typische Hofbräuhaus Szenerie. Bald heißt es auch in Harburg: „O’zapft is“. Zur Mass Bier werden beispielsweise Schweinshaxe, Sauerkraut und Knödel serviert

Foto: Felix Hörhager / dpa

In der Hamburger Innenstadt und in Berlin ist Gastronomie-Unternehmer Frank Blin mit seinen Hofbräuhäusern bereits erfolgreich.

Hamburg. Schweinshaxe, Sauerkraut, Knödel und natürlich eine Mass Bier mit hoher Schaumkrone vor der Nase – Harburger können sich auf den 1. September freuen. Dann eröffnet Frank Blin sein fünftes Hofbräuhaus nördlich des bayerischen Weißwurstäquators. Wo? In Harburg, am Lüneburger Tor, in den ehemaligen Geschäftsräumen des Porzellan- und Einrichtungshauses Sobottka.

Blin hat nach Vermittlung von Immobilienmakler Peter Fuhlbohm vor wenigen Tagen den Mietvertrag mit dem Ehepaar Margot und Horst Sobottka unterschrieben.. Für die Immobilienbesitzer geht damit ein Traum in Erfüllung.. Sie hatten sich für die Raumnutzung eine Gastronomie mit deutscher Küche gewünscht.

Blin ist vom Standort überzeugt. „Harburg hat ein großes Einzugsgebiet“, sagt er, „die Bewohner des Bezirks und der Landkreise werden Harburg künftig auch wegen des Hofbräuhauses zum Ziel haben“. Der Unternehmer weiß, wovon er spricht.

Seit 1997 ist er im Gastronomiegeschäft aktiv, betreibt seit 2005 erfolgreich das Hofbräuhaus Esplanade in Hamburg und seit 2011 das Hofbräuhaus Speersort. Am Alexanderplatz in Berlin betreibt er auf 6500 Quadratmetern ein Riesen-Hofbräuhaus mit 3000 Innen- und 1000 Außenplätzen.

Dieses Haus ist zum Touristenmagneten geworden, und Blin plant derzeit in Berlin, gegenüber vom Waldorf-Astoria Hotel, am Kurfürstendamm ein weiteres Hofbräuhaus auf 3 500 Quadratmetern in Betrieb zu nehmen.

Das Hofbräuhaus in Harburg wird mit knapp 1 500 Quadratmeter Fläche nicht ganz so groß wie die Betriebe in der Hauptstadt, dürfte trotzdem aber den Rahmen der bislang ortsansässigen Harburger Gastronomie sprengen. 450 Innen- und 250 Außensitzplätze sind vorgesehen. Etwa 40 Beschäftigte wird der Betrieb zählen.

Die Personalschulung läuft bereits. Weitere Bewerber können sich über die Hamburger Internet-Kontaktdaten melden. Der Harburger Betrieb wird das volle Programm bieten, mit Oktoberfesten, Weihnachtsfeiern bis hin zum Sommerbieranstich. In den Hamburger Betrieben sind die diesjährigen Weihnachtsfeiern übrigens schon ausgebucht. Blin: „Harburg wird bei weiteren Anfragen angeboten.“

Frank Blin ist nicht nur Gastronomie-Unternehmer sondern - wie der Name vermuten lässt - auch Sohn des berühmten Hamburger Schwergewichtsboxers Jürgen Blin, der am 26. Dezember 1971 in Zürich gegen den Weltmeister Muhammad Ali kämpfte und in der siebten Runde k.o. ging.

Jürgen Blin ist heute 72 Jahre alt, lebt in Hamburg und hatte nach dem Ende seiner Boxkarriere mit Gastronomie angefangen, darunter war ein Imbiss am Hauptbahnhof. Frank Blin: „Als mein Vater gegen Ali kämpfte war ich sechs Jahre alt. Später hatte ich auch mal geboxt, aber wenn die Technik nicht stimmt, dann tut es weh und es ist besser, damit aufzuhören. Dafür ist die Gastronomie meine Welt geworden.“

Makler Peter Fuhlbohm hatte im Hamburger Abendblatt von den Sobottka-Immobilien gelesen und vor etwa sechs Wochen die Eigentümer mit dem Hofbrauhausbetreiber zusammengebracht. Inzwischen ist die Tinte unter dem abgeschlossenen Mietvertrag trocken und die Umbauarbeiten im Harburger Sobottka-Haus laufen in Erd- und Untergeschoss auf vollen Touren.

Die aus einem Nachbargebäude übernommene Brauereitechnik des ehemaligen „Engelbräu“ und der anschließenden „O’Learys Sportsbar“ soll vom früheren Braumeister Günther Fügert auch im Hofbräuhaus weiter betrieben werden.

Blin: „Fügert wird Spezialbiere brauen. Ansonsten wird das Original Münchener Hofbräuhaus Bier in allen Sorten frisch vom Fass gezapft.“ Wie bereits an Esplanade und Speersort sollen auch in Harburg Braukurse angeboten werden. Studenten aus der „Braugemeinschaft Campusperle“ der Technischen Universität Hamburg Harburg (TUHH) werden dabei als Experten die Kursusteilnehmer anleiten.

Zur Gestaltung des Außenbereichs mit Biergarten gibt es noch keine mit dem Bezirksamt abgestimmte Planung. Frank Blin: „Ein umzäunter Bereich am Lüneburger Tor wäre wünschenswert. Ich hoffe, dass wir unsere Vorstellungen umsetzen können.“

Das Harburger Hofbräuhaus wird auch die Gastronomie übernehmen für die weiteren Umnutzungen der Sobottka-Immobilien. In eines der Gebäude soll ein Hotel einziehen ohne eigenes Restaurant. In die Etagen über dem Hofbräuhaus soll für Langzeitmieter des Hotels ein Boardinghouse eingerichtet werden.

Auch Hotelgäste haben dann im Hofbräuhaus die Möglichkeit, sich von Frühstück bis Abend­essen mit Speis’ und Trank versorgen zu lassen. Die Speisekarte des Hauses wird unter anderem einen Mittagstisch bieten. Saisonale Küche wird geboten, beispielsweise zur Spargelzeit. Und eine Bühne für Musikanten wird auch vorhanden sein.