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Buchholz

Unwetter in Buchholz: Achtjähriger schwer verletzt

Dieser Ast hat einen achtjährigen Jungen in Buchholz verletzt

Dieser Ast hat einen achtjährigen Jungen in Buchholz verletzt

Foto: Polizei Buchholz

Bilanz des Unwetters am Dienstag: Ein Achtjähriger ist in Buchholz schwer am Bein verletzt worden. Ansonsten blieb das Ausmaß der Schäden gering.

Buchholz. Das sprichwörtliche Glück im Unglück hat ein achtjähriger Junge aus Buchholz gehabt, als er am Dienstagnachmittag in das heftige Gewitter, das über Norddeutschland tobte, geriet. Er war laut Polizeiangaben kurz vor 17 Uhr zusammen mit seiner Schwester mit dem Fahrrad auf dem Buenser Weg unterwegs.

Plötzlich hörte das 13-jährige Mädchen ein Knacken, rief noch nach ihrem Bruder, doch die Warnung kam zu spät. Ein schwerer, 30 Zentimeter starker Ast, der durch den Sturm abbrach, traf das Fahrrad des Jungen – und sein Bein. Ein Anwohner erlebte das Unglück mit und holte den Jungen aus dem strömenden Regen ins Haus.

Kurze Zeit später trafen Feuerwehr, Notarzt, Rettungswagen und Polizei ein. Der Junge wurde sofort notversorgt und schließlich in das Kinderkrankenhaus Altona gebracht, die Feuerwehr zersägte anschließend den rund fünf Meter langen Ast, der die Straße blockierte.

Rund eine halbe Stunde war der Buenser Weg voll gesperrt. Da an der Abbruchstelle des Astes bereits eine Vorschädigung erkennbar war, prüft die Polizei nun, ob wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt werden muss. „Der Junge hat riesiges Glück gehabt, nur zehn Zentimeter weiter hätte das anders ausgesehen“, sagt Polizeisprecher Detlev Kaldinksi.

Die Polizei weist darauf hin, dass Baumbesitzer der Verkehrssicherungspflicht unterliegen. Demnach müssen Bäume oder deren Äste, die im Schadenfall auf öffentlichen Grund fallen könnten, regelmäßig auf ihre Standfestigkeit beziehungsweise auf Schäden hin geprüft werden, im Zweifel auch mithilfe eines Fachmanns.

Anzeichen für Schäden können zum Beispiel Totholz, Pilzbefall oder eine unnatürliche Verdickung des Stammes sein. Der Baum muss dann je nach Ausmaß der Schädigung entsprechend gestutzt oder sogar gefällt werden. Beachtet der Baumbesitzer dieses nicht, kann er für die Schäden haftbar gemacht werden.

Nicht haften müssen Baumbesitzer nur dann, wenn der Baum bei extremen Wetterereignissen – Sturm ab Windstärke 9, starker Nass-Schneefall oder Eisregen – umstürzt, obwohl er gesund und standfest war.

Insgesamt sind der Hamburger Süden und der Landkreis Harburg von schwereren Schäden verschont geblieben. Nach Angaben der Feuerwehr Hamburg ging das Unwetter zwar vom Süden Hamburgs aus, zog dann aber weiter über die Elbe. Am meisten sei der Nordosten der Stadt betroffen gewesen, teilte ein Feuerwehrsprecher mit.

Die Feuerwehr erfasst ihre Einsätze nicht nach Bezirken, insgesamt mussten die Helfer jedoch 566 während und nach dem Gewitter ausrücken, innerhalb von 24 Stunden sogar rund 1400-mal.

Wer mit dem Auto aus Richtung Hannover nach Hamburg unterwegs war musste sich außerdem in Geduld üben: Ein Lkw-Fahrer verlor gegen 17.10 Uhr auf der A 7 in Höhe Walsrode in Folge von Sturmböen die Kontrolle über sein Gespann.

Der Lkw stürzte samt Anhänger um und blockierte die Fahrbahn. Der 58 Jahre alte Fahrer wurde leicht verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Den Sachschaden beziffert die Polizei mit 80.000 Euro. Für die Aufräumarbeiten musste die A 7 in Richtung Hamburg bis 21.30 Uhr gesperrt werden.