Harburg
Artenvielfalt

Naturschützer retten die Obstwiese

Der Nabu veranstaltet Tag der offenen Pforte auf der Streuobstwiese in Buchholz

Der Nabu veranstaltet Tag der offenen Pforte auf der Streuobstwiese in Buchholz

Foto: Ines van Rahden

Beim „Tag der offenen Pforte“ zeigen Ehrenamtliche vom Nabu, was auf dem Buchholzer Kleinod wächst, gedeiht und fliegt

Buchholz.  Umgeben von blühenden Rapsfeldern und zahlreichen Laub- und Nadelbäumen liegt die Streuobstwiese der Stadt Buchholz. Angelegt in den 80er Jahren, kümmert sich seit vergangenem Jahr der Nabu Buchholz um das sehenswerte Biotop am Krützbarg. Am morgigen Sonntag, 3. Mai, laden die Naturschützer zum Tag der offenen Pforte ein. Von 14 bis 17 Uhr informieren sie die Besucher vor Ort über alles Wissenswerte rund um die Streuobstwiese.

Das Engagement des Nabu Buchholz begann am 24. Februar 2014 mit einem Brief an den Fachdienst „Stadtgrün“. Vorsitzender Werner Wiesmaier beklagte in dem Schreiben an Thomas Söller den allgemeinen Zustand der Streuobstwiese und bot der Stadt Buchholz die Pflege des knapp einen Hektar großen Grundstücks und eine Patenschaft auf unbestimmte Zeit an. „Wir haben uns natürlich sehr über die Initiative des Nabu gefreut, weil die Pflege der Fläche von uns nur sporadisch durchgeführt werden konnte“, sagt Heinrich Helms, Pressesprecher der Stadt Buchholz.

Die Nabu-Gruppe hat seither einiges auf die Beine gestellt: Sie brachte Informationstafeln an, die den Besuchern Auskunft darüber geben, wem die Streuobstwiese gehört, welchen Sinn sie hat, wer sie betreut und warum diese Anlage nur nach Rücksprache mit dem Nabu Buchholz betreten werden sollte. „Sie wurde früher oft mit Autos befahren und als Grillplatz benutzt“, erzählt Rita Wiesmaier, die sich gemeinsam mit Axel Metzner, Gabriele Krebs, Friedrich Hill, Reinhard Wietz und Werner Wiesmaier um das Areal kümmert. Das habe den Boden verdichtet und Bodenbrüter aber auch Ameisen unnötig gefährdet.

Darüber hinaus reparierte das „Streuobstwiesen-Team“ den maroden Wildschutzzaun – das Material dafür stellte die Stadt Buchholz zur Verfügung. „Fast alle Pfähle waren am Übergang zum Erdboden abgebrochen, Wildtiere wie Rehe und Hasen konnten so ungehindert auf die Fläche gelangen und großen Schaden verursachen“, sagt Wiesmaier. Ein großes Problem stellten auch Hunde dar, die auf der Jagd nach Wühlmäusen auf der Streuobstwiese bis zu 60 Zentimeter tiefe Löcher gebuddelt und so die Wurzeln der Bäume freigelegt haben. Die Löcher hat das Nabu-Team mittlerweile verfüllt; außerdem wurde die Eingangspforte in Stand gesetzt und mit einem Vorhängeschloss versehen. Darüber hinaus kümmert sich das Team seither um den fachgerechten Rückschnitt der insgesamt 51 Obstbäume und zahlreichen Sträucher. Gabriele Krebs hat sie alle kartiert: Demnach sind auf der Streuobstwiese zum Beispiel Schlehen, Felsenbirne, Holunder, Weißdorn sowie Kirsch-, Birnen-, Pflaumen- und Apfelbäume zu finden. Ein Pomologe hat im Auftrag des Nabu bereits sechs davon eindeutig bestimmt. Sie tragen prominente Namen wie „Finkenwerder Herbstprinz“, „Ontario 1882“ und „Maunzen“. Die Highlights on top: Zahlreiche Wildkräuter wie Beinwell, Knoblauchsrauke und Kompasslattich. Sie blühen am Rand der Streuobstwiese und sorgen für einen schönen Anblick.

Seit April stehen auch Jungpflanzen auf der Fläche: Der Nabu hat zwei Mirabellen sowie drei Ebereschen in den Boden eingesetzt. „Wenn alles gut läuft, könnten die Mirabellen schon bald erste Früchte tragen“, sagt Wiesmaier.

Vor kurzem haben auch die Bienen von Lutz Metzner auf der Streuobstwiese ein vorübergehendes Zuhause gefunden. Der Hobby-Imker will am Sonntag von seiner Leidenschaft erzählen und Fragen zu Honig- und Wildbienen beantworten.

Der Rest des Teams stellt die Biotopform „Streuobstwiese“ vor, bietet Informationen zum Thema Totholz an. Die Kinder der Gruppe „Nabuki“ werden selbstgemachte Tonschilder mit der Bezeichnung der Obstbäume anbringen. Der Eintritt zum Tag der offenen Pforte ist frei.

Das Streuobstwiesenteam ist zwar mittlerweile etabliert und trifft sich regelmäßig nach Absprache zu kleinen Arbeitseinsätzen oder auch nur, um nach dem Rechten zu sehen. „Das heißt aber nicht, dass wir niemanden zusätzlich mehr gebrauchen können“, sagt Rita Wiesmaier. Wer zum Beispiel handwerklich begabt ist oder sich anderweitig einbringen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 04188/888 10 62 oder per E-Mail unter info@nabu-buchholz.de beim Nabu-Team melden.

Die Streuobstwiese ist mit dem Auto ab Buchholz über die Soltauer Straße zu erreichen. Danach geht es links in die Ernst-Straße und dann am Ende nach rechts in die Straße Am Krützbarg. Die Wiese ist nach einer Linkskurve 100 Meter später zu sehen.