Harburg
Neuenfelde

„Hus bi de Kark“ achtern Diek ist offen

Zur Einweihung des Hus bi de Kark kamen Besucher von Rang und Namen

Zur Einweihung des Hus bi de Kark kamen Besucher von Rang und Namen

Foto: Lars Hansen

Die Idee eines Dorfgemeinschaftshauses für Neuenfelde reifte sieben Jahre. Jetzt konnte das Haus endlich eröffnet werden.

Neuenfelde. Heinz Okelmanns Pranke geht in die Höhe „Een, twee, dree, veer“ zählt er schweigend mit Daumen, Zeige- Mittel- und Ringfinger an. Der Blasmusikzug der Freiwilligen Feuerwehr Neunfelde Nord stimmt ein maritimes Medley an.

Das ist das Zeichen für die Honoratioren, sich ins Haus zu begeben, bloß das Wetter ist zu schön und rund herum blühen die Bäume. Am Ende muss Okelmann einen Tusch anzählen, damit die Reden beginnen können.

Dabei gibt es wirklich etwas zu feiern: Nach sieben Jahren Hin, Her und Haussanierung können die Neuenfelder ihr „Hus bi de Kark“ in Besitz nehmen, ein Dorfgemeinschaftshaus, in dem alle Vereine Platz finden, die in Neuenfelde Kulturarbeit betreiben.

Was alles in diesem Haus stattfinden wird zeigt, wie vielfältig Dorfleben ist und wie weit man den Kulturbegriff fassen muss, um nichts, was in Neuenfelde geschieht, auszulassen. Von der Kindertrachtengruppe über die Feuerwehrkapelle bis hin zu angehenden Rockstars werden hier Künstler proben und lernen.

Literaturabende stehen ebenso auf dem Plan, wie Patchworkkurse. Teile des Hauses beherbergen ein Altländer Spielzeug- und Bauerstubenmuseum. Diverse Tagungs- und Besprechungsräume stehen den Dorf-Vereinen hier ebenfalls zur Verfügung.

Bloß, so richtig „bi de Kark“ steht das Haus nicht. Eher „achtern Diek“, im Neuenfelder Rosengarten, dessen Obstbauflächen zum größten Teil der Landebahnerweiterung des Airbus-Werks weichen mussten. Direkt am Parkplatz des Dorfgemeinschaftshauses verläuft auch der Sicherheitszaun der Landebahn. Als direkter Nachbar hat Airbus sich auch nicht lumpen lassen.

Neben einem ordentlichen Zuschuss zu den laut Trägerverein „deutlich fünfstelligen“ Renovierungskosten, stellte der Flugzeugbauer Sekt und Suppe, Bier und Brötchen sowie die Kellner-Crew für die Eröffnungsfeier. Außerdem bot sich Airbus-Standortleiter Georg Mecke an, einen Teil der einstündigen Redezeit zu übernehmen.

„Wir investieren in kulturelles und soziales Engagement in direkter Nachbarschaft unseren Werks“, sagte er.

„Zu sagen, wir hätten bei Airbus offene Türen eingerannt, wäre untertrieben“, sagte Heinz Röhrs, zweiter Vorsitzender des Vereins Uns Hus bi de Kark e.v., „Doktor Mecke war sofort begeistert.“

Da war das Haus allerdings noch nicht einmal direkt an der Landebahn geplant gewesen: Eigentlich hatte der Verein ein leer stehendes Haus direkt bei der Kirche ins Auge gefasst.

Allerdings stellte sich die Finanzbehörde, die das Haus seinerzeit verwaltete, quer. Stattdessen wurde dem Verein nach langem Beharren das Haus vor dem Deich angeboten.

Von der Idee eines Dorfgemeinschaftshauses im Jahr 2008 bis zur Eröffnung sind sieben Jahre vergangen. Das Haus im Rosengarten hat der Verein bereits seit 2013, nur musste das alte Wohngebäude so hergerichtet werden, dass es für Gemeinschaftszwecke nutzbar ist.

Die Arbeit leisteten die Neuenfelder fast komplett selbst. Nur die Installationsgewerke wurden an Firmen vergeben.

Die Feier am letzten Wochenende war die Dankesparty für alle Spender und Förderer. Der Dorfgemeinschaft selbst öffnet sich ihr „Hus bi de Kark“ achtern Diek am Sonnabend, 2. Mai mit einem Tag der offenen Tür – selbstverständlich eröffnet mit Heinz Okelmanns musikalischer Pranke.