Harburg
Jung und Alt

In Tostedt entsteht ein neues Wohnprojekt für Senioren

Burkhard Allwardt hat das neue Wohnprojekt für Senioren angeschoben

Burkhard Allwardt hat das neue Wohnprojekt für Senioren angeschoben

Foto: Bianca Wilkens

15 Eigentumswohnungen sollen im Ortszentrum von Tostedt entstehen. „Wohnen für Jung und Alt“ in Buchholz war Vorbild bei der Planung

Tostedt. Sie sind fit, haben die 60 überschritten, die Kinder sind längst ausgezogen, und sie bewohnen alleine oder zu zweit große Einfamilienhäuser. Für diese Menschen werden Haus und Garten immer mehr zur Last, und sie schauen sich nach Alternativen um. Eine könnte das neue Wohnprojekt Töste sein. „So etwas gibt es bislang nicht in Tostedt. Deshalb glaube ich, dass es ein Renner wird“, hatte Burkhard Allwardt aus Tostedt, der das Projekt angeschoben hat, vor Wochen gesagt. Offenbar hatte er Recht. „Ich bin vollkommen erschlagen von der Resonanz“, sagt er heute. Neun Interessenten gibt es bereits für die insgesamt 15 Eigentumswohnungen.

„Die meisten wohnen alleine im Riesenhaus mit großem Garten, und die Kinder sind längst ausgezogen“, sagt Allwardt, der als fraktionsloses Mitglied im Gemeinderat Tostedt sitzt. Oftmals ist der Nachwuchs weit weg vom elterlichen Haus heimisch geworden, hat vielleicht selbst ein Haus gebaut und daher auch gar kein Interesse, die elterliche Immobilie zu übernehmen. Andere interessiert das Wohnprojekt, weil sie es als Investment-Möglichkeit betrachten. „Erstmal sichern, denken sie sich“, sagt Allwardt. „Die Lage ist exzellent.“

Der Standort des zweistöckigen Wohnparks ist im Tostedter Ortszentrum am Verbindungsweg zwischen Johanneskirche und am Sande. Geschäfte befinden sich ganz in der Nähe. Ärzte und Apotheken befinden sich in Fußnähe. Der Wohnpark soll über die Straße am Sande und über die Eichhofstraße in Tostedt erreichbar sein.

Die Wohnungen sollen in einem u-förmigen Gebäude auf 2400 Quadratmetern entstehen. Schätzungsweise 2,5 Millionen Euro werden für den Bau veranschlagt, inklusive Grundstückskosten. Die Bewohner gründen eine Bauherrengemeinschaft und erwerben das Areal gemeinsam, sobald die Bauherren komplett sind. Die Größe und den inneren Zuschnitt der Wohnung können die Eigentümer während der Planungsphase selbst festlegen.

Das Wohnprojekt für Jung und Alt in Buchholz diente Burkhard Allwardt und seinen Mitstreitern als Vorbild. „Die Buchholzer waren die ersten, die damit angefangen haben“, sagt Allwardt. „Wir kopieren deren Projekt. Das geben wir offen zu.“ Der Wohnpark ist so ausgerichtet, dass die Bewohner sich in der Hausgemeinschaft gegenseitig helfen, aber auch zurückziehen können.

Der Architekt Peter Cordes, der auch das Projekt in Buchholz geplant hat, ist auch am Wohnpark Töste beteiligt. Nach seinem Entwurf ist das Gebäude behindertengerecht gestaltet und hat einen Fahrstuhl. Die Wohnungen sind über Galerien vom Haupttreppenhaus erreichbar. Das erleichtert es, beim Nachbarn kurz vorbeizuschauen.

Die Vorstellung, im Alter nicht alleine bleiben zu müssen, macht das Wohnprojekt attraktiv. Vor allem aber ermöglicht der Wohnpark es den Senioren, so lange es geht in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Noch immer ist das Altenheim für die ältere Generation so etwas wie der letzte Ausweg.

Mehr als die Hälfte der 65- bis 85-Jährigen möchte nach einer Studie des Versicherers Generali bei Pflegebedürftigkeit in ihrem Zuhause bleiben. Nur knapp ein Drittel kann sich ein Leben in einem Seniorenheim vorstellen. 19 Prozent präferieren ein Mehrgenerationenhaus, zwölf Prozent eine Wohngemeinschaft.

Auch Burkhard Allwardt, dessen drei Kinder nicht mehr bei ihm in Tostedt wohnen, handelt aus ganz eigenem Interesse. „Früher haben wir zu Fünft im Haus gewohnt. Es war immer voll. Heute nicht mehr.“ Zudem hat er sich dafür eingesetzt, dass der Leitgedanke der Agenda 21 im Wohnprojekt aufgegriffen wird. Die Agenda 21 in der Samtgemeinde Tostedt ist ein gemeinnütziger Verein, der sich der Nachhaltigkeit und dem schonenden Umgang der Energievorräte verschrieben hat.

Dazu zählt etwa der Einsatz von erneuerbaren Energien. So soll das Gebäude so ausgestattet werden, dass es die notwendige Wärme und den Strom selbst produzieren kann und mögliche Überschüsse verkaufen kann.

Wer Interesse am Wohnprojekt Töste hat, kann sich mit Burkhard Allwardt unter der Telefonnummer 04182/293850 oder per Mail an info@wohnpark-toeste in Verbindung setzen.