Harburg
Seniorenbetreuung

DRK-Gäste feiern Doppeljubiläum in Heidenau

Zum Geburtstag von „Kälber-Jan“, Johann Offermann, gab es einen Pillenbaum Von links: Gitta Groffmann, Johann Offermann, Karin Cordts, Andrea Husmann

Zum Geburtstag von „Kälber-Jan“, Johann Offermann, gab es einen Pillenbaum Von links: Gitta Groffmann, Johann Offermann, Karin Cordts, Andrea Husmann

Foto: DRK

Seit einem Jahr besteht die Senioren-Tagesstätte in Heidenau. Besucher und Personal loben die entspannte Atmosphäre

Heidenau. Sie genießen es, den Tag mit anderen zu verbringen. Gertrud Hartung und Rita Mierach sind seit einem Jahr Gäste der DRK -Senioren-Tagesstätte am Steinberg. Sie sind damit die Damen der ersten Stunde, denn vor einem Jahr hat die Einrichtung eröffnet. Beide leben bei ihren Familien, doch die Kinder sind den ganzen Tag außer Haus zur Arbeit.

„Hier habe ich Unterhaltung “, sagt Gertrud Hartung. Die 84-Jährige sagt, es wäre wichtig weiter aktiv zu sein, so lange man laufen könne. Und spazieren gegangen ist sie immer gerne. Doch wenn in der DRK-Tagesstätte der lange Flur zu Kegelbahn wird, ist die mit vollem Einsatz dabei.

Auch Rita Mierach wäre den ganzen Tag alleine zu Hause. Stattdessen bastelt und singt sie lieber mit den anderen Tagesgästen. Oder sie unterstützt in der Wohnküche beim Kartoffelschälen. „Mit anderen gemeinsam etwas machen, macht gute Laune“, lacht sie. Seit einem Jahr kommen Menschen in die Einrichtung, um am Tage nicht alleine zu sein. Sie erleben Gesellschaft, Anregung, Förderung und – wenn nötig – die Pflege, die sie verdient haben und benötigen.

Der Alltag spielt sich im großen Gemeinschaftsraum ab. Viele Interessenten sind begeistert davon, dass die Tagesgäste sich an den hauswirtschaftlichen Aktivitäten beteiligen können. In der funktionellen Küche werden die Mahlzeiten gemeinsam zubereitet und wer mag und kann, hilft beispielsweise beim Gemüseputzen, Kartoffelschälen oder verziert den Kuchen für den Nachmittag.

Die Mitarbeiterinnen gehen auf die Menschen zu, sie regen sie an, sich aktiv am Programm und den Alltagsverrichtungen zu beteiligen. Damit kommen sie auch den Erwartungen der Angehörigen entgegen. Diese hoffen, dass durch die Betreuung in der Tagesstätte eine gewisse Rückkehr in einen normalen Rhythmus oder Tagesablauf möglich wird, den sie alleine zu Hause nicht in dieser Form hätten. Jedem Tagesgast steht offen, ob er einmal oder mehrmals in der Woche die Einrichtung nutzen möchte.

Dabei werden die Tagesgäste ihren Möglichkeiten entsprechend gefördert und gefordert. Nach einer Zeitungs-Vorleserunde befragen die Mitarbeiter jeden einzelnen zu seiner Meinung oder sie unterstützen die Bewegungskoordination bei einer Runde Sitz-Tanz. Viel Leben ist im Haus, wenn die Kinder der benachbarten DRK-Kita zu Besuch kommen. So hatten sie beispielsweise die Generalprobe ihres Zirkus-Auftritts bei den Senioren abgehalten. Dafür ernteten die Nachwuchs-Artisten großen Applaus.

Beim einjährigen Jubiläum der Tagesstätte waren alle Tagesgäste mit Angehörigen versammelt. Johann Offermann hat sich diesen Tag ausgesucht, um mit allen zusammen seinen 90. Geburtstag zu feiern. Im Kreise der Familie und mit Freunden hatte er schon gefeiert. „Er kennt alle“, heißt es von „Kälber-Jan“. Unter diesem Spitznamen hat er Landwirtschaft und Viehhandel betrieben. Noch heute hat er ein Auge auf die Pferde auf der Weide, wenn er nicht gerade in der Tagesstätte ist. „Ich bin gerne hier, ich mag die Frauen hier und unterhalte mich gerne mit ihnen“, lacht er und meint nicht nur die Mitarbeiterinnen der Tagesstätte.

Wenn es nach „Jan“ Offermann ginge, könnten es gerne noch mehr Tagesgäste werden. „Sind alle so nett hier. Hier stimmt nämlich einfach alles“, behauptet er. Ein solches Lob hört Einrichtungsleiterin Andrea Husmann natürlich gerne. Sie hat festgestellt, dass die Senioren-Tagesstätte in Hanstedt und Umgebung gut angenommen wird. „Die Angehörigen erkennen, dass unser Angebot ihnen Freiräume und Entlastung schafft. Und im Vordergrund nicht der Begriff Pflege, sondern Geselligkeit und Gemeinschaft steht.

Der 280 Quadratmeter große Neubau in der Fritz-Reuter-Straße wird von den Gästen und Besuchern wohnlich und gemütlich empfunden. Es gibt einen Ruheraum, Fitnessraum, zukünftig ein Wellness-Bad und einen bald begrünten Außenbereich.

Gleich darüber sind zwei neue Krippengruppen, ebenfalls seit einem Jahr, zu Hause. In den Neubau hat das DRK insgesamt 1,7 Millionen Euro investiert. Die ARD-Fernseh-Lotterie hat den Bau der Tagesstätte mit rund 200.000 Euro unterstützt, die niedersächsische Toto-Lotto-Gesellschaft hat sich mit 80.000 Euro beteiligt.

Roger Grewe, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Harburg-Land, sieht sich bestätigt, dass auch in der DRK-Tagesstätte das Konzept „Alt und Jung“ aufgeht, das im „Haus am Steinberg“ großen Anklang findet. „Auch hier wird der normale Alltag, wie er auch in einer Großfamilie stattfand, so nah wie möglich gelebt“, erklärt er. „Durch das Miteinander und die Abwechslung werden die Kräfte mobilisiert, die es jedem möglich machen, tagsüber herzukommen und ansonsten weiterhin in der gewohnten Umgebung zu Hause zu leben.“