Harburg
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SchauRaum zeigt Kunst, die Spaß macht

Thomas Ehgartner, Christiane Bruhns und Rolf Bergmeier (v.l.n.r.) stellen in der Galerie SchauRaum ihre Werke aus. Fx Schröder (r.) liefert die passende musikalische Begleitung

Thomas Ehgartner, Christiane Bruhns und Rolf Bergmeier (v.l.n.r.) stellen in der Galerie SchauRaum ihre Werke aus. Fx Schröder (r.) liefert die passende musikalische Begleitung

Foto: Aline Braun

Harburgs Off-Galerie am Schwarzenberg präsentiert ab Donnerstag Skulpturen und Malerei von drei Künstlern aus Deutschland und Österreich.

Harburg.  Die vier haben Spaß, das fällt bei den Vorbereitungen für die bevorstehende Ausstellungseröffnung schnell auf. „O nein, ich möchte lieber nicht mit drauf“, sagt die fotoscheue Künstlerin und greift als Kompromiss kurzerhand zur Sonnenbrille. Fx Schröder, ein Musiker der am Donnerstag für alternative Electrotöne verantwortlich ist, setzt mit der Wasserwaage noch einen drauf.

Die drei Künstler haben alle an Kunstakademien studiert, aber „das Wesentliche findet dort nicht statt“, sagt Bruhns. „Es kann dort sogar eher etwas kaputtgehen“, wirft Ehgartner ein, „Illusionen zum Beispiel“. „Die habe ich behalten“, wird entgegnet.

Die Künstler stellen zwar zusammen in der kleinen Harburger Galerie aus, ihre Werke seien jedoch voneinander losgelöst und völlig unterschiedlich. Auch die Beweggründe, die sie zum Studium brachten, waren verschieden.

Bergmeier ging zur Akademie um Anerkennung zu finden. Bruhns dagegen ging hin , „um abzugucken“. Das sei natürlich nicht ernst gemeint. Vielmehr habe sie sich, wie es im Studium üblich ist, inspirieren lassen und viele Arbeitsweisen und Methoden verinnerlicht.

Wie kommt es nun zu der gemeinsamen Ausstellung? Woher kennen sich die drei? Ehgartner und Bergmeier seien lange Ateliernachbarn gewesen, Bruhns habe die beiden letztendlich auf die Möglichkeit angesprochen. Sie ist die Initiatorin des Ganzen.

Größer betrachtet erklärt es Bergmeier so: Der Kunstmarkt sei 2008 weitestgehend in sich zusammengebrochen. Viele Galerien stünden vor dem Aus. Für Künstler wie ihn heiße es nun, sich neue Wege zu erschließen, ihre Werke zu präsentieren und auch zu verkaufen.

Sie entdeckten mehr und mehr das Direktmarketing für sich. „Ich arbeite beispielsweise eng mit vier internationalen Kunstgalerien zusammen, den Großteil meines Umsatzes mache ich jedoch mit eigenständig organisierten Ausstellungen und Verkäufen“, sagt Bergmeier.

Das sei mittlerweile der wesentlich effektivere Weg, um Stücke zu verkaufen. „Tja, und deshalb stehen wir hier zusammen, versuchen ein paar Sammler zusammenzutrommeln und ihnen etwas anzudrehen“, lacht er. „Das können Sie ruhig so schreiben.“

Musikalische Begleitung zur Eröffnung bieten Fx Schröder zusammen mit Thomas Österheld. Die Musikrichtung des außergewöhnlichen Duos ließe sich als eine Mischung aus Jazz-Klarinette und subversivem Electro beschreiben. Fx Schröder der eine synästhetische Wahrnehmung hat, lässt sich dabei von Kunst und Farben inspirieren. „Ein bisschen verstärkter, und man würde wohl von einem Krankheitsbild sprechen“, erklärt er.

Was sind die Steckenpferde der Ausstellenden? „Spezialisiert sind wir auf Malerei und Skulpturen“, sagt Ehgartner. „Aber so flach geht’s jetzt auch nicht“, wirft Bergmeier ein. „Na gut,, wie würden Sie Ihre Werke denn mit eigenen Worten beschreiben?“

Bruhns, die sich nicht gern ablichten lässt und sich genauso ungern selbst darstellt, überlässt dem Kollegen das Wort. Bergmeier: „Christianes Kunst ist Malerei, aber sie wendet dabei einen bildhauerischen Umgang an.“

Bergmeier selbst sagt, er untersuche mit seinen Arbeiten „Öl auf Holz“, einen direkten Wirklichkeitszugang und versuche, die poetischen Probleme die ihm dabei begegnen, zu lösen.

Der dritte Kunstschaffende, Ehgartner, nutzt zur Erstellung seiner Skulpturen Bücher und setzt sich dabei auch mit dem Phänomen der Überforderung auseinander, welche durch die stetig wachsende Menge an Informationen und Medien bedingt ist.

Er bezeichnet seine Kunst als eine „formale Entsprechung für den Umgang mit Informationen“. Bücher zu verwenden – das ist aber ein ganz schönes Opfer“, sagt Fx Schröder. „Das ist ja keine Bücherverbrennung“, antwortet Ehgartner.

Das Buch verliere bei der Verarbeitung nicht an Wert, es würde umgewandelt, sozusagen disfunktionalisiert. Gelesen habe er seine verarbeiteten Bücher nicht alle. Am 16. April um 19 Uhr eröffnet die Ausstellung in der Off-Galerie „SchauRaum“, Schwarzenbergstraße 42 in Harburg.

Anschließend können Interessierte die Werke noch bis zum 26. April, sonnabends und sonntags, jeweils von 16 bis 18 Uhr besichtigen. Der Eintritt ist frei. „Ich kann jedenfalls versprechen, es wird lustig“, verspricht Bergmeier noch.