Harburg
Hittfeld

Letzte Eiersuche in der Burg

Hittfelder Ostereiermarkt feiert 25. Jubiläum, Ausstellung im Veranstaltungszentrum fand zum letzten Mal statt

Hittfeld. Mit Stroh umflochten, mit Zinn begossen und mit Farbe bemalt: Beim Gestalten von Ostereiern sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist, was gefällt. Wie viele unterschiedliche Möglichkeiten das Basteln zum Osterfest bietet, stellten am Wochenende erneut 30 Aussteller aus Deutschland und den Niederlanden unter Beweis. Sie präsentierten auf dem 25. Hittfelder Ostereiermarkt in der Burg Seevetal ihre Exponate und erklärten auch ungewöhnliche Techniken und Arbeitsweisen.

Seit vielen Jahren reist Meike Koch aus Buxtehude zum Ostereiermarkt nach Hittfeld und stellt ihre mit Temperafarben handbemalten Eier aus. Sie gibt es in groß und in klein: Vom Wachtel- bis zum Hühnerei taucht Koch alles in bunte Farben, was sich zur Dekoration des Ostertisches eignet. „Meine Mutter hat im Urlaub mal ein blau-weißes Osterei entdeckt und die Reproduktion anschließend direkt bei mir in Auftrag gegeben. Aus einem Ei wurden dann immer mehr“, erzählt die Buxtehuderin. Mittlerweile tingelt sie mit ihrer Kunst von Markt zu Markt. Die Eierproduktion läuft meist ein ganzes Jahr. „Alles, was ich male, entspringt übrigens meiner Phantasie. Ich benutze keinerlei Vorlagen“, sagt Koch.

Auch die Eier von Doris Carstens aus Hamburg sind allesamt Eigenkreationen. Sie fertigt seit zehn Jahren Kunst im Gänseei an, stellt dabei auf kleinstem Raum alltägliche Szenen und Situationen mithilfe von Modellbaufiguren nach. So fanden sich an ihrem Stand Miniaturnachbildungen der Hamburger Speicherstadt und der kirchlichen Trauung eine Paares – mit dem Foto einer Kirche im Hintergrund. „Das habe ich als Auftragsarbeit angefertigt“, erzählt Carstens.

Darüber hinaus gab es Öl-, Acryl- und Aquarellmalerei-Eier mit Motiven aus Kunst, Tierwelt und Landschaften zu bestaunen. Strohflechttechniken, Scherenschnitte, Blüten- und Zinnverzierungen gehörten ebenso zum Angebot. Zu den Ausstellern gehörte auch Jessica Hagen. Sie präsentierte an ihrem Stand mit Scherenschnitten verzierte Gänse- und Hühnereier. 15 Jahre lang sammelte sie darüber hinaus Ideen und Aussteller für den Markt in der Burg Seevetal. Nun ist Schluss: Mit der Jubiläumsveranstaltung endete die langjährige Tradition; den Hittfelder Ostereiermarkt wird es im kommenden Jahr nicht mehr geben. „Die Organisation ist uns einfach zu groß geworden. Meine Schwester Claudia Kähler und ich waren zuletzt ein Jahr lang mit der Planung beschäftigt – neben Familie und Beruf“, führt Jessica Hagen an.

Meta und Bert Leefkens aus Wijhe in den Niederlanden bedauern die Entscheidung: „Wir haben uns in Hittfeld immer sehr wohl gefühlt. Hier ist es so gemütlich“, erzählen die Eierkünstler. Neun Märkte bereisen sie pro Jahr – allesamt in Deutschland. Meta Leefkens betont: „In Holland hat das Osterfest einen nicht so großen Stellenwert. Die Eierkunst wird in diesem Land einfach mehr geschätzt.“