Harburg
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Okra mit Kokosnuss für Harburg

Hindu-Gemeinde eröffnet am 27. März unter ihrem Tempel das erste vegane Restaurant im Hamburger Süden

Harburg. Vegan essen gehen? In Harburg? Was heute noch als unmöglich gilt, wird bald Wirklichkeit: In dem Gebäude der Harburger Hindu-Gemeinde in der Straße Am Schwarzenberg eröffnet am Freitag, 27. März, mit dem Govinda’s ein Restaurant für vegane und vegetarische Küche. Es handelt sich um das erste vegane Restaurant im Hamburger Süden. Alle elf leckeren Adressen für Veganer, die das städtische Internetportal hamburg.de nennt, liegen bislang nördlich der Elbe.

Govinda’s sei einer der vielen Namen für die hinduistische Form des Göttlichen und bedeute „der die Kühe hütet“, erklärt Rolf Peters, der spirituelle Leiter des Bhakti Yoga Zentrums in Harburg. In Indien gilt die Kuh als heilig, der Hinduismus hat seinen Ursprung in dem Land.

Dass jetzt die Hindu-Gemeinde die kulinarische Landschaft im Hamburger Süden bereichert, ist also kein Zufall. Ein wesentlicher Bestandteil der drittgrößten Weltreligion ist die vegetarische Ernährung. In vielen Ländern befinden sich Hindu-Tempel zusammen mit vegetarischen Restaurants unter einem Dach. „Wir Hindus sind der Auffassung, dass wir auch den Tieren gegenüber Barmherzigkeit ausüben sollten“, sagt Rolf Peters. Aus dieser Lehre ergebe sich die fleischlose Ernährung.

Govinda’s sei inzwischen eine Marke. Mehr als 20 Restaurants mit diesem Namen gebe es zurzeit weltweit, sagt Yevgen Gertsev, Geschäftsführer des Govinda’s-Restaurants in Harburg, der in Heimfeld lebt. Harburg reiht sich dann in so prominente Adressen wie Los Angeles oder New York ein.

Die vegane Lebensweise ist eine besondere Form des Vegetarismus, die den Konsum jeglicher tierischer Produkte ausschließt. Vegan lebende Menschen verzichten deshalb nicht nur auf Fleisch und Fisch, sondern auch auf Milch von Tieren, Eier oder Honig.

Was wird im Govinda’s in Harburg auf der Speisekarte stehen? „Wir experimentieren noch“, sagt Rolf Peters. Aber einige Gerichte gelten als unverzichtbare vegane Leckereien. Chapati zum Beispiel, ein Fladenbrot aus Gerste, Hirse und Weizen. Es gilt als Hauptnahrungsmittel in Nordindien und Pakistan. Pakoras, das ist Blumenkohl im Kirchererbsenteig, oder Okra mit Kokosnuss werden ebenfalls zu den Hausgerichten gehören wie vegetarische Pizza.

Das Govinda’s in Harburg setzt auf Ernährungsbewusste in den benachbarten Büros im Harburger Zentrum. Das vegane und vegetarische Restaurant wird einen Mittagstisch anbieten. Auch im benachbarten Landkreis Harburg sieht Rolf Peters Potenzial. Dort vermutet der Hittfelder viele Menschen, die sich Gedanken um ihre Ernährung machen. Viele Prominente entscheiden sich für eine vegane Ernährung, zuletzt der indische Bollywood-Star Aamir Khan.

Als Basis dient dem Restaurant die starke Hindu-Kolonie im Hamburger Süden mit etwa 1000 Menschen. Viele von ihnen arbeiten im Airbus-Werk in Finkenwerder. Das Bhakti Yoga Zentrum erweitert ab dem 1. April sein Angebot: Dr. Priyanka Chorge wird dann die die indische Heilkunst Ayurveda und Yoga-Kurse anbieten.

Die Hindu-Gemeinde denkt übereine Armenspeisung auf dem Harburger Rathausmarkt nach. „Food for life“ nennen das Hindu-Gemeinden im Ausland. Eine andere Idee ist eine „Prepaid-Pizza“ für Arbeitslose, die ein Sponsor zuvor bezahlt hat. Eine Praxis, die aus den USA bekannt ist.

Zur Restaurant-Eröffnung am 27. März plant das Govinda’s, die ersten 108 Gäste kostenlos zu bewirten. Im Hinduismus, erklärt Rolf Peters, sei die 108 eine Glück verheißende Zahl.