Harburg
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Reparatur dauert bis September

Dem A1-Autobahnverkehr stehen bis zu 15 nächtliche Vollsperrungen bevor. Ab Mittwoch Entlastung in Richtung Nord

Wilhelmsburg/Harburg. Fast drei Monate ist es her: Am 11. Dezember war ein Binnenschiff mit einem Kranausleger gegen die Süderelbebrücke der Autobahn A1 gekracht und hatte schweren Schaden an Stahlträgern angerichtet. Seitdem ist die Brücke nur noch eingeschränkt für den Verkehr freigegeben und es kommt täglich in beiden Fahrtrichtungen zu Staus. Der Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) traf in der Zwischenzeit umfangreiche Vorbereitungen für die Instandsetzung. Mit Beginn dieser Woche ist es soweit: Gestern begann die mit der Reparatur beauftragte Harburger Firma August Prien mit ersten Arbeiten an den demolierten Stahlträgern der Brücke. Wegen der Arbeiten stehen noch mehrfach nächtliche Vollsperrungen in Fahrtrichtung Süden, zwischen den A1-Anschlussstellen Stillhorn und Harburg, bevor. Die ersten Vollsperrungen wegen größerer Schweißarbeiten sind in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sowie von Donnerstag auf Freitag jeweils von 22 bis 5 Uhr. Während des Schweißens muss die Brücke frei von Schwingungen sein, die der Verkehr verursachen würde. Mit insgesamt 10 bis 15 Vollsperrungen wird noch gerechnet.

Ab Mittwoch soll es auch wieder vorbei sein mit den Staus in Fahrtrichtung Norden, zwischen Maschener Kreuz und Harburg. Drei statt zwei verschwenkte Fahrspuren sollen dann wieder zur Verfügung stehen. Die vorige Markierung der drei Fahrspuren mit gelben Kunststoffstreifen hatte wegen Winterdienstes mit Streusalz nicht lange gehalten. Ohne die Kennzeichnung des Standstreifens gibt es nur zwei Fahrspuren.

Bei der Brückenreparatur muss der rund 4,50 Meter hohe Hauptstahlträger mit zwölf neuen Stahlrippen versteift werden. Zwölf bestehende Rippen waren gebrochen außerdem ein Querträger. Der angerichtete Schaden betriff etwa 50 Meter der Brückenlänge, auf Stillhorner/Wilhelmsburger Seite der Süderelbe. Stefan Eschweiler, Projektleiter vom LSBG, sagt, dass die Brücke mit der jetzigen Reparatur zwar ihre alte Tragfestigkeit zurück erhält, dass die Verformung des Hauptträgers aber bestehen bleibt. „Die Alternative wäre ein Austausch des Trägers, verbunden mit längerfristiger Vollsperrung der A1 gewesen“, sagt Eschweiler. So fiel die Entscheidung für die Reparatur in der jetzigen Form. Dennis Borchers vom LSBG, zuständig für die Bauüberwachung: „Wir rechnen damit, dass die Arbeiten bis Mitte September beendet sind“.

Hinter den jetzt beginnenden Stahlarbeiten steckt intensive logistische Vorbereitung durch den LSBG und die Firma Aug. Prien. LSBG-Projektleiter Stefan Eschweiler: „Vor der Reparatur musste die Fahrrinne der Süderelbe vom Nord- zum Südufer verlegt werden. Dafür war es notwendig, die Fahrrinne auszubaggern und mit Tonnen zu markieren. Für die Arbeiten unter der Brücke musste eine Hubinsel besorgt und umgebaut werden. Zudem ist vorgeschrieben, dass der Kampfmittelräumdienst das Arbeitsfeld auch im Flussbett sondiert.“ Bislang wurden keine Blindgänger entdeckt.

Roger Brück, Stahlbau-Abteilungsleiter bei Prien: „Unsere Tochterfirma Taucher Knoth hat uns die Hubinsel mit der Arbeitsplattform zur Verfügung gestellt. Die Plattform ist zwölf Meter breit. Sie wird im Laufe der Zeit fünf mal umgesetzt, um den gesamten Schadensbereich reparieren zu können.“ In der Stahlbauwerkstatt des Harburger Unternehmens sind in der Zwischenzeit bereits zahlreiche Bauteile angefertigt worden. Auf der Plattform unter der Brücke sind Gerüste aufgestellt. Manuel Naedler von der Hamburger Firma BIS untersuchte den Stahlträger nach Rissen.

Die Reparatur wird voraussichtlich 1,5 bis zwei Millionen Euro kosten. Bezahlt wird zunächst mit Steuergeld aus der Staatskasse. Die Erstattung durch die Versicherung des Binnenschiffs ist noch nicht geregelt.