Harburg
Neugraben

Derbysieg ist ein Fall für Arne Gillich

Buchholzer Torjäger schießt seine Oberliga-Fußballer zum 1:0-Erfolg gegen den FC Süderelbe

Neugraben. Schon lange nicht mehr hat man die Oberliga-Fußballer von Buchholz 08 so erleichtert gesehen, lange aber auch nicht ihre Gegner vom FC Süderelbe so niedergeschlagen. Ein weiterer Beleg dafür, wie packend und dramatisch der 1:0-Sieg der Gäste aus der Nordheide in diesem Oberligaderby erkämpft wurde: Keiner der fröstelnden im Regen stehenden Zuschauer ist vor dem Abpfiff von der Sportanlage am Kiesbarg vorzeitig geflüchtet.

Es ging bereits auf den Halbzeitpfiff zu, als sich die Ereignisse überschlugen. Der Buchholzer André Müller schlug eine Flanke auf Milaim Buzhala. Der schoss zwar energisch, der Ball wird aber von Süderelbe abgefangen. Die Heimmannschaft trägt einen schnellen Konter vor, der Buchholzer Prince Boateng Styhn kann Süderelbes Torjäger Boris Shtarbev nur durch ein Foul im Strafraum am Schuss hindern. Zur Exekution vom Punkt legt sich Marcel Rodrigues den Ball zurecht, schießt flach links in die Ecke. Aber der Buchholzer Keeper Henrik Titze hat seinen Gegenspieler durchschaut, wirft sich zur richtigen Seite und wehrt den Ball ab. Der Nachschuss landet an der Latte. Wieder hatte Henrik Titze seine Finger im Spiel.

Aber damit nicht genug. Jetzt kontern die Buchholzer. Und bekommen kurz vor dem Strafraum einen Freistoß zugesprochen. Ein Fall für Arne Gillich, der den Ball halbhoch in den linken Winkel zirkelt. „Das war einfach Weltklasse“, musste Süderelbes Trainer Jean-Pierre Richter hinterher anerkennen. Dass die 1:0-Führung bis zum Ende halten würde, glaubte zu diesem Zeitpunkt niemand am Kiesbarg.

Zur Pause nahmen beide Trainer Veränderungen vor. Beim FC Süderelbe kam Tolga Tüter für Rodrigues in die Mannschaft. Die Buchholzer schickten Alexander Bowmann für Prince Boateng Styhn und Finn Reese für Julian Kühn auf den Kunstrasen. Aber es waren vor allem die Hausherren, die die zweiten 45 Minuten zu einem packenden und spielerisch überzeugenden Oberliga-Ereignis machten.

Die Heimmannschaft zelebrierte Angriffsfußball vom Feinsten, die Gäste aus Buchholz präsentierten sich im Abwehrverhalten als geschlossene Einheit und lauerten auf Konterchancen. „Wir haben alles gewagt und nach vorne alles versucht. Aber was nützt das, wenn wir den Ball nicht über die Torlinie bringen“, trauerte Jean-Pierre Richter später den vergebenen Möglichkeiten nach.

Die Buchholzer legten sich die Arme um die Schultern, vereinten sich zum Kreis. Kapitän Alexander Gege: „Wegen solcher Spiele mit diesem Zusammenhalt, mit diesem Kampfgeist und mit diesem Einer für den Anderen macht mir der Fußball seit mehr als 20 Jahren einen Riesenspaß.“