Harburg
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100 „Beutel der Freude“ übergeben

Bei der Aktion der SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Brigitta Schulz kamen Spielzeugspenden aller Art zusammen

Harburg. Eine ungewöhnliche Lieferung erhielt jüngst die Dependance der Zentralen Erstaufnahme (ZEA) auf dem Schwarzenberg. Aus einem blauen Dacia Logan wurden 100 „Beutel der Freude“ entladen, gefüllt mit vielen Spielsachen und Leckereien. „Darüber haben wir uns sehr gefreut“, sagt Rosanna Paulsen, die Leiterin der Flüchtlingsunterkunft: „Jetzt haben wir ein tolles Willkommensgeschenk für alle Familien mit Kindern, die in den nächsten Tagen und Wochen noch bei uns eintreffen werden.“

Die Aktion fußt auf einer Idee der SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Brigitta Schulz und ihres Teams. „Wir haben vor dem Weihnachtsfest gemeinsam überlegt, wie wir rasch und unbürokratisch etwas für die Flüchtlinge leisten können, die in Harburg untergebracht sind“, erklärt Schulz-Mitarbeiter Henning Reh. Schnell sei man sich einig geworden, dass eine Spielzeugsammlung kurzfristig und ohne größeren logistischen Aufwand umsetzbar sein müsste.

Umgehend sind daraufhin 100 rote Jutebeutel geordert worden, die eine Druckerei mit dem Schriftzug „Beutel der Freude – Willkommen in Harburg“ versehen hat. Zeitgleich wurde ein Flyer erstellt, mit dem die Bewohner der Süderelbe-Region aufgefordert wurden, Spielsachen aller Art zu spenden. Im Wahlkampfbüro am Neugrabener Markt konnten dann die leeren Beutel abgeholt werden, um sie zu füllen.

„Das Echo nach unserem Aufruf war überwältigend“, so Brigitta Schulz. Mit dem Start für die Aktion am 10. Dezember verging fast kein Tag, an dem nicht gut gefüllte Beutel in der früheren Filiale der Hypo-Vereinsbank abgegeben wurden. Unterstützer, die es nicht geschafft hatten, einen „Beutel der Freude“ vorher abzuholen, brachten ihre Spenden eben in anderen Tüten und Kartons vorbei. Sie sind dann vom Schulz-Team altersgruppengerecht sortiert worden.

„Es ist beeindruckend, welche Hilfsbereitschaft die Süderelber an den Tag gelegt haben, und möchte mich für dieses Zeichen der Solidarität ausdrücklich bedanken“, sagt Schulz: „Damit haben wir gemeinsam gezeigt, dass die Menschen, die zumeist aus fürchterlichen Lebenslagen zu uns geflohen sind, hier herzlich willkommen sind, dass wir Anteil nehmen und zusammenrücken.“

Es ginge aber um mehr, als Schutz, Unterkunft, Nahrung und Bildung. Vor allem die Kleinsten in den Familien würden unter der Flucht sehr leiden. Gerade ihnen eine kleine Freude bei der Ankunft in der Fremde zu machen, sei das besondere Anliegen der Aktion „Ein Beutel Freude“. Mit den Spenden könne man den Kindern etwas schenken, das sie neben Essen, Trinken und einem Dach über dem Kopf ebenso dringend bräuchten: Etwas Zeit der Unbefangenheit und Momente der Ablenkung durch Freude am Spielen.

„Deshalb haben die Menschen in Süderelbe Spielzeug, Bausteine, Puzzle, Gesellschaftsspiele, Bilderbücher, Buntstifte, Malbücher, Briefpapier gesammelt, einfach alles, was Kindern Freude bereitet“, berichtet Brigitta Schulz. Dabei hätten Eltern gemeinsam mit ihren Kindern die Spielkisten durchgesehen, um die Aktion zu unterstützen. „Aus vielen Gesprächen mit den Spendern weiß ich, dass Eltern mit ihren Kindern auf der Suche nach nützlichen Gaben auch das Schicksal der Flüchtlinge thematisiert haben. Und dann seien die Kinder noch einmal losgezogen, um sich im einen oder anderen Fall sogar von Lieblingsspielzeug zu trennen. Ganz einfach, weil sie unbedingt mit denen teilen wollen, denen es nicht so gut geht“, so Schulz.

Mit der Lieferung der ersten 100 Beutel Mitte der Vorwoche ist die Aktion aber noch nicht beendet. „Es werden auch weiterhin Familien mit Kindern zu uns kommen, die unsere Hilfe brauchen. Deshalb rufe ich alle Harburger auf, weiterhin Spielsachen zu spenden“, sagt Brigitta Schulz. Für die Jüngsten Spieluhren, Kuscheltiere, Rasseln und Bälle, für die Älteren LegoBausteine, Puzzle, Buntstifte und Malbücher, für Mädchen Puppen, auch Haarbänder und -spangen, gern auch eine Kleinigkeit zum Naschen. „Und auch Kinderfahrräder und Roller würden wir künftig gern weiterleiten“, so Henning Reh zum Abendblatt.