Auch im Hamburger Süden können sich alle Freunde der heimischen Vogelwelt beteiligen

Neugraben. Was und vor allem wer piept denn da? Von Freitag, 9. bis Sonntag 11. Januar findet zum fünften Mal die „Stunde der Wintervögel“ statt: Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft dafür in ganz Deutschland Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Eventuell können auch vermehrt Zugvögel wie Hausrotschwanz, Zilpzalp, Mönchsgrasmücke und Heckenbraunelle bei den Zählungen registriert werden. „Möglicherweise haben einige dieser Arten aufgrund des Wetters ihre Reise nicht angetreten und versuchen hier auszuharren“, erläutert NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Um die Zahlen mit den Ergebnissen der vergangenen Jahre abzugleichen, hofft der NABU auf eine rege Beteiligung bei Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmachaktion.

Wer sich für die heimische Vogelwelt interessiert und mitmachen möchte – es ist ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist.

Auch Gärten, in denen nur wenige Vögel zu sehen sind, sollten unbedingt erfasst werden. „Rückgänge von Arten können wir bei der Stunde der Wintervögel nur mitbekommen, wenn wir auch die kleinen Zahlen erhalten. Gerade ein schleichender Rückgang, wie wir ihn ganz aktuell bei der Amsel feststellen, würde sonst niemals auffallen. Wir vergleichen auch die Artenzusammensetzung zwischen Gärten mit und ohne Winterfütterung. Wichtig ist daher, dass auch dort gezählt wird, wo kein Futterhäuschen in Sichtweite ist“, sagt Lachmann.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar vergangenen Jahres beteiligten sich bundesweit über 76 000 Menschen. Mehr als 1,9 Millionen Vögel aus über 53 000 Gärten wurden gemeldet. In Hamburg reichten 1427 Vogelfreunde 28 698 Beobachtungen ein. Absoluter Spitzenreiter unter den gezählten Vögeln war die Kohlmeise. Sie ist der häufigste Wintervogel in Hamburgs Gärten, die Amsel belegte Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Blaumeise, Haussperling und Elster. Nun erhofft sich der NABU auch für dieses Jahr wieder eine rege Beteiligung. Denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse. Neben der wissenschaftlichen Datenerhebung ist es für den NABU bei dieser Aktion ebenso wichtig, die engagierten Zähler auf die Natur vor der Haustür aufmerksam zu machen und zur naturnahen Gestaltung von Gärten als Lebensraum für Vögel zu motivieren.

Die Beobachtungen können dann im Internet unter www.nabu-hamburg.de/stundederwintervoegel bis zum 19. Januar gemeldet werden, die Ergebnisse werden live ausgewertet. Zudem können sie 10. und 11. Januar direkt weiter gegeben werden, jeweils von 10 bis 18 Uhr ist die kostenlose Rufnummer 0800/115 71 15 geschaltet.