Harburg
Hausbruch

Opferberg wird zum Sportpark

Die HNT erwirbt ein Grundstück, will neue Sportangebote schaffen. Verein rechnet mit Kosten von rund 2,4 Millionen Euro

Hausbruch. Die Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft (HNT) plant die Entwicklung der Sportanlage Opferberg zu einem Sportpark mit zusätzlichen Angeboten. Im Zentrum der Idee steht ein etwa 2,4 Millionen Euro teurer Neubau, der auf 1500 Quadratmetern Trainingsmöglichkeiten für Gesundheitsförderung und Individualsportarten bieten soll. Zusätzlich entstünden ein Kleinspielfeld mit Kunstrasen, eine Beachvolleyballanlage und ein Tennisplatz mit Spezialbelag für Rollstuhlfahrer. Einen ersten Entwurf haben Vorstand und Geschäftsführung jetzt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Baubeginn könnte nach den ehrgeizigen Vorstellungen der HNT bereits im Herbst 2015 sein.

Die erste Investition hat der Sportverein bereits getätigt: Die HNT hat den sanierunsgbedürftigen Grandplatz am Opferberg für 60.000 Euro erworben. Die annähernd 3000 Quadratmeter gelten als die Entwicklungsfläche für einen Sportpark. Auf dem alten Sportfeld soll ein kleinerer Kunstrasenplatz (30 mal 45 Meter) und zwei Tennisplätze, einer davon mit Belag für Rollstuhltennis, entstehen. Die Kosten dafür belaufen sich voraussichtlich auf etwa 200.000 Euro.

Die HNT betreut die städtische Sportanlage Opferberg, eine der besten Leichtathletik-Trainingsstätten in Hamburg, bereits seit zwei Jahren im Auftrag des Bezirksamtes Harburg. Neu ist, dass der Sportverein dort eigenen Grund und Boden erwirbt und zusätzliche Sportangebote schafft.

Die HNT will mit dem Sportpark zusätzliche Angebote schaffen, die nach Ansicht von Experten Zukunft haben. Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen in den Sportvereinen sinkt. Das sei ein Ergebnis des gesellschaftlichen Wandels, sagt die 1. Vorsitzende Ines Sulzbacher. Kinder, die am Nachmittag in den Ganztagsschulen bereits Sport treiben, seien immer weniger bereit, zusätzlich am Abend im Sportverein zu trainieren. Auch die HNT habe etwa 100 Kinder und Jugendliche eingebüßt, sagt die 1. Vorsitzende. Insgesamt hat die Turnerschaft heute 4825 Mitglieder und zählt damit zu den größten Sportvereinen in Hamburg.

Das geplante Sporthaus am Opferberg gilt als Modell für den Sportverein der Zukunft. Darin vorgesehen sind Räume für einen Fitnesszirkel, die Fitnesstrainingsmethode Crossfit, die Eigengewichtsübungen mit Turnen, Sprinten und Gewichtheben verbindet, japanische Kampfkünste (Budo) und Rehabilitation.

Das bisherige Konzept sieht zudem ein 200 Quadratmeter großes Becken für Wassergymnastik vor. Das Bassin im Untergeschoss des Sporthauses könnte auch als Lehrschwimmbecken genutzt werden, sagt Ines Sulzbacher. Ein Argument gegen das Wasserbecken seien allerdings die hohen Betriebskosten. Das jetzt in der Öffentlichkeit vorgestellte Konzept gilt als noch nicht abgeschlossen und die verschiedenen Abteilungen der HNT könnten noch Einfluss nehmen, sagt die 1. Vorsitzende.

Offen ist noch, wie die HNT am Ende den Sportpark Opferberg mit einem erwarteten Investitionsvolumen von 2,6 Millionen Euro finanzieren wird. Der 2. Vorsitzende Mark Schepanski ist zuversichtlich, dass die Turnerschaft das Vorhaben mit Zuschüssen des Hamburger Sportbundes und von Stiftungen sowie Spenden und möglicherweise mit Krediten realisieren werde. „Wir haben ein finanzielles Polster“, sagt Ines Sulzbacher.

Der Zeitplan sieht vor, dass die HNT den Entwurf für den Sportpark Opferberg im Januar im Sportauschuss der Bezirksversammlung Harburg vorstellt. Bis April soll der Architektenentwurf und damit auch Klarheit über den Finanzbedarf vorliegen. Erteilen die Vereinsgremien im April grünes Licht für die Realisierung des Sportparks, könnten im Herbst 2015 die Bauarbeiten beginnen. Voraussichtlich im Jahr 2016 wird die Gebäudemanagement Hamburg zudem die Sporthalle am Opferberg mit mehr als 1,1 Millionen Euro sanieren lassen.

Innerhalb der HNT sieht die 1. Vorsitzende keine Widerstände gegen den Sportpark Opferberg. „Wir haben den Eindruck, dass die Abteilungen hinter uns stehen“, sagt Ines Sulzbacher. Der Harburger SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Heimath zeigt sich von dem Konzept begeistert: „So wird der Sport an der Opferberganlage aussehen können. Damit stellt sich die HNT gut für die Zukunft auf“, sagt er.

HNT-Geschäftsleiter Kumar Tschana sieht in dem Sportpark einen Gewinn für den ganzen Stadtteil: Etwa 1000 Schüler und Erwachsene am Tag könnten die Sportangebot durchlaufen, sagt er. Bereits heute bietet die HNT in den Ferien Kindern im Alter von acht bis 14 Jahren Sportcamps am Opferberg an. Der Sportzverein sieht sich als Stadtteilverein, der gesellschaftliche Verantwortung übernimmt und auch Nicht-Mitgliedern Angebote macht.

Mark Schepanski schwärmt von der Möglichkeit zu Yoga-Übungen mit Blick auf den Wald in den Harburger Bergen. Der Sportpark eröffne dem Sportverein aber noch ganz neue Perspektiven. Die zunächst vorgesehene, 56 Quadratmeter große Hausmeisterwohnung in dem Sporthaus könnte die HNT irgandwann in der Zukunft auch anders nutzen und Hochleistungssportlern eine Unterkunft bieten. Damit würde der Verein in Hausbruch auch beim Spitzensport ins Gespräch kommen.