Harburg
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Muss das Hafenfest umziehen?

Kurz vor dem Partywochenende soll ein riesiges Brückenteil geliefert werden. Planer erwägen Verlegung zur Schlossinsel

Harburg. Nach dem Binnenhafenfest ist vor dem Binnenhafenfest. Schon jetzt trifft sich die Organisationsgruppe der KulturWerkstatt regelmäßig, um das Harburger Binnenhafenfest 2015 vorzubereiten. In diesem Jahr arbeiten die Ehrenamtlichen vom Kanalplatz in ihrer Planung allerdings mit einer noch größeren Zahl an Variablen, als sonst.

Das voraussichtlich größte Problem für das Binnenhafenfest am ersten Juni-Wochenende 2015 liegt direkt vor der Haustür der KulturWerkstatt: die Drehbrücken-Baustelle. „Wir haben erfahren, dass das 17 Meter lange Brückenteil genau zu dem Wochenende angeliefert werden soll, an dem das Fest geplant ist, dazu noch auf dem Landweg“, sagt Mitorganisator und KulturWerkstatt-Mitglied Gorch von Blomberg. Damit sei, so von Blomberg, die Organisation des Festes, zu dem auch in diesem Jahr mehr als 100.000 Besucher erwartet werden, vor einige Probleme gestellt.

Im schlimmsten Fall müsste das Brückenteil bis zum Einbau auf dem Kanalplatz gelagert werden. Auf diesem Platz aber war in den vergangenen Jahren immer das Zentrum des weit über Harburgs Grenzen hinaus bekannten Binnenhafenfestes. Vorstellbar wäre allerdings auch, dass das Brückenteil zum Fest gerade auf den im Lotsekanal stehenden Brückenpfeiler gesetzt wird. „Dann bliebe die Brücke, damit sich das Ganze senken kann, erst mal für eine gewisse Zeit mit geöffnetem oder geschlossenem Brückenteil stehen“, so von Blomberg.

Bei geschlossener Brücke dürfte es äußerst schwierig werden, noch die Traditionsschiffe im Binnenhafen unterzubringen, geschweige denn ein interessantes Wasserprogramm mit den Traditionsschiffen zu organisieren. „Wenn der zuständige Landesbetrieb seinen Zeitplan nicht ändert, dann stellt sich natürlich die Frage, wie und wo das Binnenhafenfest dann stattfinden soll. Eigentlich sollte man auch in Harburg davon ausgehen, dass ein so großes und wichtiges Fest bei der Planung von Baustellen berücksichtigt wird“, sagt der SPD-Fraktionschef in der Bezirksversammlung Harburg, Jürgen Heimath. Er sei, so der SPD-Politiker, gerne bereit, bei Hindernissen oder Problemen zu helfen. Seine Fraktion jedenfalls werde die Ehrenamtlichen in der KulturWerkstatt nach Kräften unterstützen.

Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) ist zuständig für den Bau der insgesamt 45 Meter langen Drehbrücke vom Kanalplatz über den Lotsekanal zum Lotsekai. Rainer Bliefernicht, stellvertretender CDU-Fraktionschef in der Bezirksversammlung, moniert, dass es bis heute zu viele Unwägbarkeiten für den Binnenhafen gebe, und dass „der Bezirk der KulturWerkstatt bis heute kein klares Konzept für das Raumangebot anbieten kann.“

Natürlich, sagt Jürgen Heimath, könne man das Fest auf die Schlossinsel verlegen, aber auch für diese Planung bräuchten die Organisatoren einige Sicherheiten. Offen ist derzeit auch noch die Frage, ob das Beach-Volleyball-Turnier wie in den beiden vergangenen Jahren zeitgleich auf der Schlossinsel ausgetragen werden soll. Nach Informationen des Hamburger Abendblatts, haben die Veranstalter noch keinen Genehmigungsantrag eingereicht.

„Es sieht wohl wirklich so aus, als werde das Brückenteil zum Binnenhafenfest geliefert. Allerdings haben wir noch keine Details. Und ich gehe davon aus, dass es uns gelingen wird, die Situation zu entzerren“, sagt Harburgs Baudezernent Jörg Heinrich Penner. Entwarnung gibt es vorerst aus der Wirtschaftsbehörde. Ihr untersteht der LSBG. „Es wird nichts passieren, was den Ablauf des Binnenhafenfestes stören würde“, verspricht Behörden-Sprecherin Susanne Meinecke.