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Lüneburg

In Nachtarbeit zum neuen Roman

Heine-Stipendiatin Svenja Leiber nach drei Monaten Arbeitsaufenthalt in Lüneburg verabschiedet

Lüneburg. „Das waren geradezu ideale Arbeitsbedingungen für eine Schriftstellerin, so ruhig und entspannt“ – Svenja Leiber gerät geradezu ins Schwärmen, wenn sie von den vergangenen drei Monaten berichtet. Die Autorin, eigentlich in Berlin beheimatet, hat von September bis November als Stipendiatin in einer kleinen Wohnung im Heinrich-Heine-Haus in Lüneburg gewohnt. Zum Abschluss Ihres Lüneburg-Aufenthaltes wurde sie jetzt im Rathaus von Bürgermeister Eduard Kolle begrüßt.

„Das Heinrich-Heine-Stipendium gibt es schon seit 1993. Es unterstützt Schriftsteller in ihrer Arbeit und hat daneben eine wichtige Funktion für die kulturelle Bedeutung der Hansestadt“, sagte Bürgermeister Kolle. In Erinnerung an Heinrich Heine, der eine Zeit lang in dem Haus gelebt hat, können die Autoren in dem kleinen Appartement ihrer Arbeit nachgehen.

Diese Zeit hat auch Svenja Kleiber produktiv genutzt und an einem neuen Roman gearbeitet. „Ich hatte vorher schon viel Recherchearbeit gemacht und mir das Schreiben bewusst für Lüneburg aufgehoben. Das war die richtige Entscheidung, denn ich habe schon etwa ein Drittel des Buches geschrieben“, so Leiber. Sie habe die Gelegenheit genutzt und viel nachts gearbeitet. „Zu Hause komme ich wegen der Kinder nicht dazu“, sagt Svenja Leiber. Der Roman spielt in Jordanien, mehr möchte die Autorin aber noch nicht verraten. „Ich werde Lüneburg aber nicht nur als tollen Arbeitsort in Erinnerung behalten, auch die Stadt hat mir sehr gefallen. Wenn es nach meinen Kindern, die mich mit meinem Mann hier besucht haben, geht, kommen wir auf alle Fälle wieder“, so Leiber.

Svenja Leiber, 1975 im Hamburg geboren, wuchs in Norddeutschland auf und lebte einige Zeit in Saudi-Arabien. Sie studierte Literaturwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte in Berlin. 2003 gewann sie den Literaturpreis Prenzlauer Berg. 2005 erschien der Erzählungsband „Büchsenlicht“, für den sie 2006 den Bremer Förderpreis und 2009 den Werner-Bergengruen-Preis erhielt. Für einen Auszug aus dem Roman „Schipino“ wurde sie 2007 mit dem Kranichsteiner Förderpreis ausgezeichnet. Ihr aktueller Roman „Das letzte Land“ ist im Suhrkamp Verlag erschienen. Mit ihrem neuen Buch legt Svenja Leiber einen kapitalen Bildungsroman vor: Während um ihn herum ein ganzes Land in sich zusammenfällt, folgt ein außergewöhnlicher Musiker gegen alle Widerstände seiner Begabung.