Harburg
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Ein ausgezeichneter Apfelschmaus

Neuwiedenthaler Initiative gehört beim Harburger Nachhaltigkeitspreis zu den prämierten Projekten

Harburg. Warum im Supermarkt Äpfel aus Neuseeland, Australien oder Tirol kaufen, wenn sie gleich um die Ecke massenhaft wachsen? Das sagten sich Frauen des Stadtteilmarketings Neuwiedenthal, der Grundschule Neugraben sowie der Baugenossenschaft Finkenwärder-Hoffnung und brachten 2009 das Projekt „Neuwiedenthaler Apfelschule“ auf den Weg. Am Mittwochabend wurde die Initiative im Haus der Kirche mit dem Harburger Nachhaltigkeitspreis und 1000 Euro geehrt. Den Preis hatte die Bezirksversammlung 2013 beschlossen und nun zum zweiten Mal verliehen.

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung. Auch deshalb, weil die Konkurrenz groß war“, so Hanna Waeselmann vom Stadtteilmarketing Neuwiedenthal. Insgesamt hatten sich 18 Initiativen beworben, davon unter anderen elf aus dem Bereich Bildung und vier aus dem Handwerk.

Manfred Schulz, Vorsitzender der Bezirksversammlung Harburg, lobte die Vielfalt der Initiativen und das gemeinsame Streben, Ökonomie, Ökologie und soziales Engagement in Einklang zu bringen: „Damit haben sie nicht nur einen wichtigen Modell- und Vorbildcharakter, sie fördern auch die lokale Vernetzung, die einen bedeutenden Faktor für nachhaltiges Handeln darstellt.“

Dieser Gedanke war auch Ausgangspunkt für das Projekt „Neuwiedenthaler Apfelschule“. Dreimal im Jahr können Grundschüler den Obstbauernhof Quast in Neuenfelde besuchen. „Dort erleben sie hautnah, wie im Alten Land Obst und Gemüse angebaut, geerntet und verarbeitet werden“, berichtet Imke Erdbrink, Leiterin der Grundschule Neugraben. Beim Apfelfest im Oktober könnten die Schulklassen zudem ihren eigenen Apfelsaft der Marke „Neuwiedenthaler Apfelgold“ pressen. „Auf diese Weise lernen die Schüler viel über gesunde Ernährung und die Vorzüge ihres unmittelbaren Umfelds“, so Hanna Waeselmann.

Den zweiten Preis und 600 Euro erhielt Stephan Matussek, Lehrer an der Katholischen Schule Harburg, für sein Projekt „Lab in a Drop“. Hier können Schüler im naturwissenschaftlichen Unterricht Ressourcen- und Budget-schonende Experimente durchführen. Sie werden dabei für den sparsamen und nachhaltigen Umgang mit Chemikalien sensibilisiert.

Der dritte Preis und 400 Euro gingen an das Repair Café Harburg. Bärbel Dittmer, Claudia Rothe und ihre Mitstreiter laden regelmäßig Mitbürger in die Räume der Freikirche Vineyard-Harburg ein. Wo dann mitgebrachte Fahrräder, Spielsachen und Haushaltsgeräte repariert werden. „Damit setzen sie wider den Wachstumswahn bewusst einen Kontrapunkt zur Wegwerfgesellschaft und geben zudem noch Hilfestellung zur Selbsthilfe“, würdigte Schulz das Projekt.