Harburg
Wesel

Junger Mann verbrennt bei Unfall

Kleinwagen kollidiert mit Keiler. 21-Jähriger auf dem Rücksitz kam nicht mehr aus dem Auto heraus

Undeloh/Wesel. Tragischer Verkehrsunfall auf der Kreisstraße 27 (K27) zwischen Undeloh und Wesel in der Nacht zum Mittwoch: Gegen 0.50 Uhr sind drei junge Männer im Alter zwischen 20 und 22 Jahren mit einem Nissan Kleinwagen unterwegs. Die Straße wird von Heide und einigen Bäumen am Straßenrand gesäumt. Wie schnell die drei gefahren sind, ist ungeklärt. Jedenfalls läuft plötzlich ein Keiler über die Fahrbahn. Der Mann am Steuer kann nicht mehr ausweichen. Der Wagen kollidiert mit dem Tier, kommt nach links von der Fahrbahn ab und prallt gegen einen Baum.

Fahrer und Beifahrer haben noch Glück. Sie können sich schwer verletzt aus dem Wagen befreien. Inzwischen halten andere Autos an und die Insassen alarmieren Polizei und Feuerwehr. Doch dem 21-jährigen Mann auf dem Rücksitz nützt das nichts mehr. Das Fahrzeug beginnt zu brennen, er kommt in den Flammen um. Niemand kann ihm mehr helfen, obwohl neben der Polizei und den Rettungsdiensten auch die Feuerwehrleute aus Undeloh, Wesel, Egestorf und Welle am Unfallort im Einsatz sind.

Sie sperren die Kreisstraße für mehrere Stunden, weil auch der auf der Straße liegende Keiler abtransportiert werden muss. Bei Unfällen getötete Tiere entsorgen Abdecker. Offensichtlich wurde er im vollen Lauf getroffen. Der Nissan brennt vollkommen aus. Die Polizei schätzt den Schaden auf 6000 bis 7000 Euro.

Gerade in diesen Wochen, nachdem die Ernte eingebracht ist, erwartet die Polizei verstärkt Wildwechsel. Die Tiere suchen nach Nahrung, weil kein Mais mehr auf den Feldern steht. Gerade in Bereichen, in denen die blauen Reflektoren an den Begrenzungspfosten angebracht sind, passieren oftmals Rehe oder Wildschweine die Straßen. Die Blendwirkung der Reflektoren soll dabei die Tiere möglichst dazu bringen, gar nicht erst auf eine Straße zu laufen.

Doch ob dies immer gelingt, ist nicht sicher. „Wir empfehlen allen Autofahrern, gerade außerhalb von Ortschaften besonders vorsichtig zu sein, so dass man rechtzeitig bremsen kann“, sagt Johannes Voskors, der Sprecher der Polizeiinspektion Harburg, die für den gesamten Landkreis Harburg zuständig ist. Der Polizei-Oberkommissar geht dabei davon aus, dass dies bei Geschwindigkeiten von 70 bis 80 km/h möglich bleibt. Zudem sollten sich Verkehrsteilnehmer darauf einstellen, dass mehrere Tiere nacheinander eine Straße passieren können. Auch Wildschweine sind meist in Rotten unterwegs.

Wer plötzlich Tiere vor seiner Windschutzscheibe sieht und nicht mehr ausweichen kann, sollte nicht ausweichen, sondern geradewegs auf das Tier zufahren. Das ist zumeist die bessere Entscheidung. Sie wäre es wohl auch bei dem tragischen Unfall auf der K27 gewesen.