Harburg
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Notquartier auf dem Schwarzenberg

Der Aufbau einer Unterkunft für 300 Flüchtlinge beginnt bereits Anfang kommender Woche

Harburg. Jetzt geht alles ganz schnell: Bereits Anfang kommender Woche werden auf dem Schwarzenberg Flüchtlingsunterkünfte entstehen, spätestens am 2. Oktober sollen die ersten Asylbewerber einziehen. „Es werden erst einmal Wohncontainer mit 300 Plätzen aufgebaut, außerdem Leichtbauhallen für die Verpflegung sowie die Beschulung von Kindern und Jugendlichen“, sagte Frank Reschreiter, Pressesprecher der Innenbehörde, dem Abendblatt. Es gebe aber eine Option, die Kapazität bei Bedarf auf bis zu 500 Plätze zu erweitern.

Am Mittwoch hatte die Innenbehörde Bezirksamtsleiter Thomas Völsch über die Notmaßnahme informiert, der daraufhin auch sofort die Fraktionen der Bezirksversammlung unterrichtet hat. Schon heute Vormittag wird es zu einer Ortsbegehung mit Vertretern der Ausländerbehörde kommen. Die Bauprüfabteilung des Bezirksamtes ist bereits mit den konkreten Planungen für die Gestaltung des temporären Camps auf dem Platz gegenüber dem Hauptgebäude der Technischen Universität beauftragt worden.

Der Schwarzenberg rückte deshalb in den Fokus für eine weitere Zweigstelle der Zentralen Erstaufnahme (ZEA), weil rund 5000 von insgesamt 19.000 Quadratmetern befestigt sind und das Plateau zudem über alle Anschlüsse für Strom, Frisch- und Abwasser verfügt. „Der Bedarf an festen Unterkünften ist nach wie vor groß. Im Hinblick auf den nahenden Winter sollen Zelte als Unterbringung auf jeden Fall verhindert werden“, begründete Reschreiter den zeitlichen Druck bei der Errichtung der Unterkunft auf dem Festplatz.

Verzeichnete die Ausländerbehörde Anfang 2013 noch 100 Zugänge in der Zentralen Erstaufnahme pro Monat, so sind es aktuell bis zu 600. Etwa 900 Flüchtlinge müssen bereits mehr als drei Monate in Einrichtungen der ZEA ausharren, weil es nicht genügend Quartiere in der öffentlich-rechtlichen Unterbringung gibt. So ist die ZEA-Unterkunft an der Schnackenburgallee im Volkspark mit 1000 Flüchtlingen bereits hoffnungslos überfüllt.

Momentan geht die Innenbehörde davon aus, dass der Schwarzenberg nur bis Anfang April 2015 als Flüchtlingsquartier zur Verfügung steht. Spätestens ab 8. April wird das Areal für die Harburger Bautage benötigt. „Solche eine Veranstaltung für bis zu 6000 Besucher lässt sich nicht so ohne weiteres an einen anderen Ort verlegen“, sagte Bezirksamtssprecherin Bettina Maak. Das gleiche gelte auch für das traditionsreiche Vogelschießen der Schützengilde. Aus diesem Grunde werden laut Innenbehörde auch die Standorte Schlachthofstraße, IGS-Parkplatz Dratelnstraße und die Dreiecksfläche an der Alten Post mit Hochdruck erschlossen.