Harburg
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Olympia würde dem Süden helfen

Wirtschaftsverein nimmt Bezirkspolitiker in die Pflicht. Vor allem Verkehrsprobleme bedürfen der Aufmerksamkeit

Harburg. Der Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden hat im Vorfeld der nächsten Bezirksversammlung am 23. September „wichtige Wünsche und Forderungen“ formuliert. „Grundsätzlich wünscht sich der Verein einen verlässlichen Gesprächspartner für die Belange der Wirtschaft, der Unternehmen und somit auch für alle Arbeitnehmer im Hamburger Süden“, so Jochen Winand, der erste Vorsitzende. Im Gegenzug stünden alle Vereinsmitglieder der neuen Bezirksversammlung „für die Meinungsfindung zur Gesamtheit aller weichen und harten Standortfaktoren in Harburg jederzeit zur Verfügung.

Um den Bezirk in den nächsten Jahren verkehrstechnisch entscheidend voranzubringen, wird nicht nur eine Forcierung der Hafenquerspange (A26 Ost), sondern auch ein neues Verkehrskonzept für den Binnenhafen samt Neubau der Seevestraße gefordert. Zudem unterstützt der Wirtschaftsverein den selbst unter Bezirkspolitikern umstrittenen Bau der Landschaftsbrücke als Verbindung zwischen Innenstadt und Binnenhafen.

„Noch immer nutzen die Leute dazu vorrangig das Auto, das wollen wir ändern“, sagt Andreas Schildhauer, Geschäftsführer des Hafenbetriebs Andreas Hansen, und im Vorstand des Wirtschaftsvereins verantwortlich für Verkehrsfragen: „Da eine Tieferlegung der Bahntrasse völlig illusorisch ist, setzen wir uns mit Nachdruck für diese neue, breitere und weitaus attraktivere Querung ein. Zumal die bestehenden Brücken nicht behindertengerecht sind und auch sonst nicht angenommen werden.“

Laut Schildhauer gäbe es eine gute Chance für die Realisierung innerhalb der nächsten zehn Jahre. Weil nun auch die Bahn am Zuge sei, ihre Pläne zur Ertüchtigung der Strecke nach Cuxhaven vorzulegen. Und in diesem Zusammenhang sicher auch weitergehende Lärmschutzmaßnahmen auf der Agenda stünden.

Begrüßen würde der Wirtschaftsverein indes, gäbe es keine weiteren Beeinträchtigungen des Auto- und Güterverkehrs auf Hauptverkehrsstraßen durch Fahrradfahrer und Fußgänger. „Angesichts der Pläne für die Verbindung von A7 und A26 und des Baus der neuen Köhlbrandbrücke werden Harburgs Straßen künftig noch deutlich stärker frequentiert sein als jetzt“, argumentiert Schildhauer. Deshalb müsse bei Rückbaumaßnahmen von Straßen, etwa zugunsten von Fahrradspuren, auf die Bedürfnisse der Wirtschaft Rücksicht genommen werden.

Laut Schildhauer solle zur Vollendung des Sprungs über die Elbe Olympia auch im Hamburger Süden stattfinden. Eine erfolgreiche Bewerbung würde einen großen Schub für das Zusammenwachsen der Stadt bedeuten. „Für Olympia Harburgs Infrastruktur zu nutzen und seine Verkehrsadern auszubauen wäre nur logisch, da 80Prozent aller Zuströme aus dem Süden erfolgen“, so Schildhauer. Überdies sei davon auszugehen, dass durch den Olympiabedarf an Trainings- und Vorbereitungsflächen auch neue Kapazitäten im Bereich Sporthallen und Sportplätze entstünden.

Einen weiteren Schwerpunkt sieht der Wirtschaftsverein in der Bestätigung und Weiterverfolgung des gewerblichen Flächenkonzepts im Bezirk. „Hier wünschen wir uns ein klares Bekenntnis der Bezirkspolitik zu Harburg als Industriestandort, inklusive der Beibehaltung einer klaren Trennung zwischen Stadt und Produktion“, sagt Vorstandsmitglied Arnold G. Mergell, der unter anderem für die Gewerbeflächenentwicklung und Seehäfen zuständig ist. In diesem Sinne sollte die Bezirksversammlung die Harburg-Vision 2020/50 weiter unterstützen und auch das neue Konzept „Tech Hub Harburg“ hilfreich begleiten.

Udo Stein, der dem Bereich Studenten- und WohnStadt Harburg vorsteht, machte derweil noch einmal deutlich, dass die Cityentwicklung entscheidend vorangebracht werden könnte, würde das marode Harburg-Center endlich abgerissen. Wichtig sei zudem, zusätzliche Handelsflächen für Fachmärkte in der Innenstadt und studentischen Wohnraum zu schaffen.

„Um das Umfeld für Studenten zu verbessern, sollte aber auch die bauliche Erweiterung der Technischen Universität vorangetrieben werden“, so Stein. Der nicht zuletzt die Ansiedlung einer Privatschule anregte, um so das Wohnumfeld in Harburg zu verbessern.