Harburg
Lüneburg

Radeln für freien Umgang mit Depressionen

Aktion soll die Erkrankung von ihrem Stigma befreien. 7000 Kilometer durch Deutschland

Lüneburg. Sie wollen 7000 Kilometer quer durch Deutschland radeln: Die Teilnehmer der „Mood Tour“. Am Donnerstag hat die Truppe Station auf dem Marktplatz in Lüneburg gemacht, und wer mochte, konnte die Gruppe für eine Weile begleiten. Ziel der Aktion ist mehr Aufmerksamkeit und weniger Stigma für die Krankheit Depression.

Gestartet ist ein Tross im Juni in Leipzig, ein zweiter im Juli in Freiburg. Die 64 Radlerinnen und Radler fahren jeweils auf Tandems, rund die Hälfte der geplanten Strecke ist bereits geschafft. 39 Menschen mit und 25 ohne Depressionserfahrung sind dabei, Initiator Sebastian Burger möchte mit dem Mammutradeln zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: „Den Mitmenschen die Angst vor der Volkskrankheit Nummer 1 mit vier Millionen Betroffenen nehmen und bei Betroffenen durch Sport und Gemeinschaftserlebnisse die Stimmung, Englisch Mood, heben.“

Burger hat auch für 2015 schon eine Tour geplant und hofft: „Die Teams können den Menschen auf der Straße und hoffentlich zahlreichen Mitradlern ihren unverkrampften Umgang mit der Krankheit vorleben und damit Ängste und Vorurteile abbauen.“ Die Tour solle dazu beitragen, frei über eine Erkrankung zu reden, die mehr Tote fordere als der Straßenverkehr und häufiger zu einer vorzeitigen Verrentung führe als Rückenleiden.

Am Donnerstag sammelte sich die Gruppe auf dem Marktplatz, danach ging es für eine Fahrt nach Scharnebeck zum Schiffshebewerk – wer wollte, konnte sich ganz einfach anschließen. Dazu haben Partner wie die Barmer Ersatzkasse, das Gesundheitsamt und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Infostände vor dem Rathaus aufgestellt.

www.moodtour.de