Harburg

Opfer notoperiert - Schusswaffe wurde nicht gefunden

Unmittelbar vor der Wache der Wasserschutzpolizei an der Wilstorfer Straße sind in der Nacht zwei verfeindete Gruppen aneinander geraten. Ein 32-jähriger Mann starb, vier Beteiligte wurden verletzt.

Wilstorf. Bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei möglicherweise verfeindeten Gruppen sind in der vergangenen Nacht in Harburg ein Mann getötet und drei weitere Personen teils schwer verletzt worden. Ein 36-jähriger Mann schwebt noch in Lebensgefahr. Er hatte lebensgefährliche Schussverletzungen und musste notoperiert werden. Beide Männer stammen aus dem Kosovo. Die Hintergründe der Tat, die sich unmittelbar vor der Wache der Wasserschutzpolizei an der Wilstorfer Straße ereignete, sind noch völlig unklar. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte es sich um einen Streit um Drogengeschäfte gehandelt haben.

Gegen 1 Uhr am frühen Morgen befuhr ein Funkstreifenwagen der Bereitschaftspolizei im Rahmen der Streife die Wilstorfer Straße. Die Beamten sahen, wie aus einer Gruppe heraus Schüsse auf einen Mann abgegeben wurden. Die Beamten leiteten umgehend eine Großfahndung ein. In der Wilstorfer Straße entdeckten sie zwei auf dem Boden liegende Verletzte. Die Beamten allamierten die Rettungskräfte der Feuerwehr. Wenig später nahm auch die Mordkommission ihre Arbeit auf.

Am Tatort bot sich den Ermittlern ein grausiges Bild. Ein tödlich Verletzter lag auf der Straße neben einem silberfarbenen Volkswagen Golf. Nach Polizeiangaben wies er mehrere Stich- und möglicherweise auch Schussverletzungen auf. Er wurde dem Institut für Rechtsmedizin überführt. Der 36-jährige Mann lag lebensgefährlich verletzt, auf dem Gehweg.

Fielen Schüsse auf fahrendes Auto?

Der Tote und der Schwerverletzte sollen miteinander verwandt sein. Am Tatort wurde der VW Golf eines Tatbeteiligten sichergestellt. Dieser war gegen ein geparktes Fahrzeug geprallt. Die Unfallursache sei nicht bekannt. Laut Polizei ist der VW auf einen der Tatverdächtigen zugelassen.

Alle drei weiteren Beteiligten der tödlichen Schießerei flüchteten, konnten aber bereits festgenommen werden. Einer der mutmaßlichen Tatverdächtigen wurde in einem Mercedes gestoppt und vorläufig festgenommen. Der 38-jährige Türke wies mehrere Verletzungen auf, die in einem Krankenhaus behandelt wurden. In der Hannoverschen Straße konnte ein 35-jähriger Landsmann vorläufig festgenommen werden. Er hatte eine Schnittverletzung, die durch Sanitäter am Polizeikommissariat in Harburg versorgt wurde. Ein dritter mutmaßlicher Tatbeteiligter (29) wies sich mit schweren Verletzungen selbst in ein Krankenhaus ein. Die Polizei war bereits darauf vorbereitet und fing den Tatbeteiligten ab.

Die Ermittler der Mordkommission sicherten bis in den Morgen Spuren. Die Beteiligten, denen bislang rechtliches Gehör angeboten werden konnte, machten keine Aussagen. Sie lassen sich durch Rechtsanwälte vertreten. Am Tatort wurden eine Axt, ein Messer und diverse Patronenhülsen sichergestellt. Eine Schusswaffe wurde nicht gefunden. Der Getötete soll bereits einschlägig polizeilich bekannt sein. Berichten einer Fernsehagentur zufolge, könnte die Tat auch mit einer Messerstecherei in Zusammenhang stehen, bei der erst kürzlich ein Mann getötet worden sein soll. Die Ermittlungen dauern an.