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Zukunftswerkstatt in neuen Räumen

Überbetrieblicher Verbund will Arbeits- und Ausbildungsberatung für junge Leute in Buchholz erweitern

Buchholz/Lüneburg. Es gibt 350 verschiedene Ausbildungsberufe – und die beliebtesten zwei stehen seit Jahren unangefochten an der Spitze: Kaufmann/-frau im Einzelhandel und Kaufmann/-frau für Bürokommunikation. Damit Jugendliche am Ende ihrer Schullaufbahn von möglichst vielen Ausbildungen wissen, gibt es die Zukunftswerkstatt Buchholz. Im September wird die Zukunftswerkstatt ihr eigenes Gebäude eröffnen, neben einigen hauptamtlichen Kräften arbeiten Ehrenamtliche in den Projekten für Kinder und Jugendliche mit.

Mehr Familienfreundlichkeit in den Betrieben, um mehr weibliche Fachkräfte zu gewinnen und zu binden – das ist eines der Hauptthemen des überbetrieblichen Verbundes. Seit Gründung im Jahr 2003 ist der Zusammenschluss auf aktuell mehr als 50 private und öffentliche Arbeitgeber mit rund 7000 Beschäftigten im Raum Lüneburg und Uelzen gewachsen. Die weiblichen Fachkräfte von morgen sind das Thema der Zukunftswerkstatt. Ihr Ziel: Kinder bereits im Grundschulalter für Themen im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu interessieren, die sogenannten MINT-Fächer. Wie das funktioniert? Zum Beispiel so, erklärt Imke Winzer: „Wenn es um Fahrräder geht, blasen wir mit den Kindern Luftballons mit einer Murmel drin auf. Irgendwann liegt die Murmel an der offenen Stelle und schließt den Ballon. Dann wissen die Kinder, wie ein Ventil funktioniert – jedenfalls grob.“

Winzer hat sich auch damit beschäftigt, auf welchem Wege sich junge Leute für Ausbildung oder Studium entscheiden: Wichtige Ratgeber sind für sie Eltern, Familienangehörige, Freunde und Bekannte. Unternehmen, die Nachwuchs besonders suchen, sollten sich daher nicht nur an die Jugendlichen selbst wenden, sondern auch an ihre Bezugspersonen.

Bei den Projekten der Zukunftswerkstatt können die Mädchen und Jungen ausprobieren, was woanders nicht geht. Sie merken: Liegt mir das? Macht mir das Spaß? Und sie bekommen eine Ahnung davon, wie unterschiedlich Jobs sein können. Denn das sei nach wie vor ein Problem, sagt Imke Winzer: „Bestimmte Berufe kennen alle, und der Rest fällt hinten herunter.“ Ihre Tipps für Unternehmer: Sie sollten Potenziale entwickeln und nicht auf Mitarbeiter warten, die alles können. Denn die gibt es nicht. „Jeder hat Schwächen“, sagt Winzer. Finanziert wird die Einrichtung über Spenden von Unternehmen und den Beiträgen der Mitglieder. Träger ist ein Verein, eine Stiftung sorgt für den Betrieb. Gemeinsam mit der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft Landkreis Harburg plant die Zukunftswerkstatt zudem ein MINT-Projekt für Mädchen.