Harburg

Drehbrücke zur Schlossinsel kommt

Wirtschafts- und Verkehrssenator Frank Horch zu Besuch beim Abendblatt: Verbindung soll 2015 fertig werden

Harburg. Nun geht es los mit dem Bau der lange versprochenen Drehbrücke über den Lotsekanal. Nachdem sich bei der ersten Ausschreibung für die Wegeverbindung zwischen Kanalplatz und Harburger Schlossinsel nur hochpreisige Baufirmen gemeldet hatten und die zweite Ausschreibung völlig ohne Anbieter blieb, kann der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) nach dem dritten Anlauf nun endlich Vollzug melden. „Wir haben den Auftrag für eine Drehbrücke an drei norddeutsche Firmen vergeben“, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) am Montag bei einem Redaktionsbesuch dem Abendblatt. Die Brücke soll rund zwei Millionen Euro kosten und somit deutlich weniger als bisher angenommen. „Die Bauarbeiten werden im August beginnen und sollen bis zum September 2015 abgeschlossen sein“, sagte Horch. Die Brücke verbindet die Schlossinsel, auf der jetzt neue Wohnungen entstehen, für Fußgänger und Radfahrer mit der Harburger Innenstadt. Zuvor hatte Ralf-Dieter Fischer, der CDU-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksversammlung, noch geunkt, für die von der Behörde veranschlagten Kosten könne man nicht einmal ein Stahlseil über den Kanal spannen.

Der Neubau der Brücke ist nicht die einzige Aufgabe, die sich der Landesbetrieb für Harburg vorgenommen hat. Derzeit wird auch an der Autobahn 7 im Bereich der Stader Straße gearbeitet. Bei seinem Besuch im Bezirk Harburg ließ sich der Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation von LSBG-Fachbereichsleiter Wulf Schöning über die derzeit installierte neue Seilspanntechnik unterrichten, die der aus dem Jahr 1971 stammenden Spannbetonbrücke zu zusätzlicher Stabilität verhelfen soll. Die A7 führt je Richtung mit drei Fahrspuren und einem Standstreifen über die 245 Meter lange und 45 Meter breite Brücke, überquert so nicht nur die Stader Straße sondern auch die Bahnstrecke Harburg-Cuxhaven. Die Spannseile sind derzeit auf der Westseite der Brücke, der A7-Fahrtrichtung Süden, montiert. Die Arbeiten auf der Ostseite, Fahrtrichtung Norden, folgt in der Zeit von Ende Juni bis Ende Oktober. Mit einer Zuglast von 280 Tonnen sind die Seile gespannt. Damit soll die Brücke in den kommenden 30 Jahren höchsten Belastungen gewachsen sein. Frank Horch: „An unseren Fernstraßen ist zunehmend auf Lärmschutz zu achten. Die Belastbarkeit dieser Brücke wird künftig ausreichend sein, um Lärmschutzwände zu tragen.“ Die Investition in die Brückensanierung liegt bei sieben Millionen Euro.

Bis Ende Juni werden derzeit die Fahrbahnen in Richtung Norden, zwischen Kreuz Südwest und Brücke Stader Straße, grundsaniert. Von Ende Juni bis Ende Oktober soll die Brücke auch in Richtung Norden mit Spannseilen verstärkt werden. Ab November soll der Verkehr vorerst wieder fließen.

Die Verkehrssituation in Hamburg, für den südlichen Bezirk Harburg sowie den angrenzenden Kreis genießt derzeit mit die höchste Priorität bei Horch. Am 5. Juni wird sich die Hansestadt an der vom Kreis angesetzten Verkehrskonferenz beteiligen. So wird Staatsrat Andreas Rieckhof (SPD) in die Burg Seevetal kommen. „Wir denken nicht nur bis an die Stadtgrenzen“, sagt Horch. „Vielmehr wollen wir die Straßen entlasten.“

Bei dem Treffen müsse überlegt werden, welche geografischen Korridore für Straßen und Eisenbahnlinien in und aus der Hansestadt in Frage kommen. Beim Güterverkehr spiele dabei auch der Rangierbahnhof in Maschen eine wichtige Rolle. „Wir gehen davon aus, dass von den 300 Millionen Euro, die der Bund für die Hinterland-Anbindung der Seehäfen bereitstellen will, auch eine Summe in zweistelliger Millionenhöhe nach Maschen fließt“, sagte Horch.

Für den Personenverkehr jedoch rechnet der Senator nicht mit einer raschen Realisierung einer S-Bahn bis nach Winsen oder Buchholz. Zwar sei die S-Bahn eine „Erfolgsgeschichte, weil es keinen besseren Weg von Hamburg nach Buxtehude und Stade gibt.“ Für Hamburg wäre aber eine Linie nach Süden weniger interessant, weil nicht klar sei, ob sie von Pendlern ausreichend genutzt würde. „Es wird in den nächsten Jahren beim Verkehr mit Nah- und Regionalverkehrszügen bleiben.“ Dagegen befasst sich die Behörde mit Möglichkeiten, wie der Hit-Technopark in Harburg erweitert werden kann. „Mit mehr als 100 jungen Unternehmen ist jetzt die Grenze der Expansion erreicht“, sagte Horch. Möglich wäre, dass der Hit-Park an einem neuen Standort weiter wachsen könnte.

Als zentralen Austragungsort für Handball, Volleyball und Basketball in den jeweiligen Bundesligen schlägt Horch die CU-Arena vor. „Sie fasst genügend Zuschauer und bietet die Voraussetzungen für internationale Veranstaltungen mit TV-Übertragungen“, sagte Horch. „Um den verschiedenen Mannschaften gute Entwicklungsmöglichkeiten zu geben, brauchen wir ein Umdenken über Grenzen hinaus.“ Zudem sei die Halle über die S-Bahn gut zu erreichen. Durch Zusammenarbeit von Hamburg, Niedersachsen und den Kreisen könnten Kosten für eine mehrfach genutzte Arena aufgeteilt werden. „Das wäre dann gelebte Metropolregion.“