Harburg

Bürgerbegehren für den Beach Club

Die Strand-Oase soll nach dem Willen zahlreicher Harburger bleiben, wo sie ist. Nun sollen Unterschriften gesammelt werden

Harburg. In Harburg regt sich Widerstand gegen die Pläne des Bezirks für die Fläche am Veritaskai, auf der derzeit noch der Beach Club liegt. Eine Gruppe Harburger um den Journalisten Nils Kreller herum plant ein Bürgerbegehren. Ziel des Bürgerbegehrens soll es sein, den geltenden Bebauungsplan zu kippen.

Der sieht den Neubau eines Hotels an dieser Stelle vor. Wie berichtet hatte die CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung bereits eine Änderung im Sinne des Beach Clubs beantragt. Die Fraktion wollte, dass die Fläche dauerhaft in dem Bebauungsplan als Beach-Club-Fläche ausgewiesen wird. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Für ein Bürgerbegehren brauchen die Initiatoren die Unterschriften von drei Prozent aller wahlberechtigten Harburger. Das wären etwa 3000 Unterschriften. Kämen die zusammen, könnte die Bezirksversammlung ihren eigenen Beschluss zu dem Bebauungsplan selbst wieder einkassieren und die Beach-Club-Fläche in den Plan aufnehmen. Die Bezirksversammlung kann aber auch an ihrem Bebauungsplan festhalten.

Dann käme es zu einem Bürgerentscheid darüber, ob der Beach Club dort dauerhaft ausgewiesen werden soll. „Es gibt noch keine konkrete Formulierung für das Bürgerbegehren, aber wir sind in der Vorbereitung“, bestätigte Kreller gegenüber dem Abendblatt. Zum einen sei aus Sicht der Initiatoren dem Beach Club als Freizeitmagnet und Harburger Aushängeschild ganz klar vor einem Hotel den Vorzug zu geben. Zum anderen würde, so Kreller, mit einem Hotel „so ziemlich der letzte freie Blick auf den Hafen verbaut“.

Bei der ganzen Entwicklung des Harburger Binnenhafens dürfe nicht vergessen werden, dass es auch darum gehe, den Charme des Hafens zu erhalten. Und dazu gehöre ganz klar der Beach Club, sagt der Harburger Journalist. Aus seiner Sicht, so Kreller, sei es völlig legitim, dass die Harburger selbst entscheiden, was mit der Fläche, die noch immer der Stadt gehört, passieren soll. „Wenn die Fläche der Stadt gehört, gehört sie auch den Hamburgern“, sagt er.

Inzwischen ist für Gastronom Heiko Hornbacher und seinen Beach Club zwar eine Ersatzfläche für die nächsten fünf Jahre neben der alten Fischhalle gefunden, aber die hat einige Haken. Wie berichtet, ist dieser Sommer die vorerst letzte Saison für Hornbacher und seinen Club am Veritaskai. Dann muss er, so die Entscheidung des Bezirks Harburg, seinen Sand, sein Zelt und seine Buden einpacken und neben die alte Fischhalle ziehen. Nach derzeitigem Verhandlungsstand, so Hornbacher, würde er dort für eine kleinere Fläche das Vier- bis Fünffache an Pacht zu zahlen haben.

„Die genaue Höhe weiß ich erst, wenn mir Zahlen vorliegen. Da müssen noch einige intensive Gespräche geführt werden“, so Hornbacher. Aus seiner Sicht aber hat diese Fläche, die zwischen der Blohmstraße und der Fischhalle liegt, einen zweiten entscheidenden Haken.

„Zwar hätte ich dann für die nächsten fünf Jahre erst mal einiges mehr an Planungssicherheit, aber ein Beach Club macht an der Stelle eigentlich nur Sinn, wenn die Fischhalle in das Beach-Club-Konzept integriert würde“, sagt Heiko Hornbacher. Dagegen sprechen allerdings die Pläne von Werner Pfeifer. Der Musiker und Journalist verhandelt derzeit mit Bezirk und Stadt um die alte Fischhalle, die er sanieren und ausbauen will. Pfeifer plant hier unter anderem ein Café, Ateliers und Ausstellungen. Und diese Pläne will Hornbacher, wie er sagt, nicht durchkreuzen.

Ein dritter entscheidender Nachteil für den Harburger Gastronom liegt in der Tatsache, dass auch diese Fläche lediglich ein Provisorium sein soll, wenn auch ein längerfristiges. Denn eigentlich will der Bezirk Harburg den endgültigen Standort für einen Beach Club am Treidelweg installieren.

Nur: Dort müssten erst die Kaimauern saniert werden. Dafür fehlt das Geld beim Bezirk wie auch bei der Stadt Hamburg. Es ist also kaum damit zu rechnen, dass die Sanierung in fünf Jahren tatsächlich fertig sein könnte. Sie kostet mehrere Millionen Euro.

Nach Informationen des Abendblatts scheinen jetzt auch die Hotel-Pläne für die jetzige Beach Club Fläche wieder konkreter zu werden. Derzeit läuft die Ausschreibung des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG). Unter den Bewerbern ist auch ein großer Hamburger Projektentwickler, der sich für einen Hotel-Neubau den Zuschlag erhofft.