Harburg

Hamburgs Südregion – Die Hochburg der Innovationen

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Jochen Gipp

Vierte Wirtschaftskonferenz im Privathotel Lindtner Hamburg: Wirtschaftssenator Frank Horch sieht Hamburgs Süden als Standort auf einem guten Weg. Das Problem bleibt seiner Ansicht nach der Straßenverkehr.

Harburg. Wirtschaftsbosse, Behördenchefs und Politiker rücken in Fragen der Wirtschaftsentwicklung am Standort Hamburg enger zusammen. Und ganz speziell wird bei Entwicklungsplanungen die Südregion der Stadt, insbesondere der Bezirk Harburg, zunehmend zu einem Ansiedlungsraum für innovative Unternehmen mit Forschung und Entwicklung.

Die Technische Universität Hamburg-Harburg spielt dabei die Schlüsselrolle. Auf Einladung von Handelskammer Hamburg, Handwerkskammer Hamburg und dem Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden waren gestern Morgen gut 200 Teilnehmer aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik zur „Vierten Wirtschaftskonferenz für den Hamburger Süden“ ins Privathotel Lindtner nach Heimfeld zu Vorträgen im Saal und gemeinsamen Gesprächen am Frühstückstisch gekommen.

Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, hielt eine halbstündige Impulsrede, in der er die Stärken Hamburgs mit seiner weltweit bedeutenden Hafenwirtschaft sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie hervorhob.

Horch ging nochmals auch auf den Senatsbeschluss zur dauerhaften Ansiedlung von Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft in Hamburg ein. Der Beschluss sorgt unter anderem dafür, dass das bereits seit 2010 am Standort Harburg aufgebaute erste Fraunhofer Institut „Zentrum für Maritime Logistik“ (CML) ab 2015 zu einer Dauereinrichtung in der Zusammenarbeit mit der Technischen Universität wird.

Der Senator stuft Hamburg wirtschaftlich und wissenschaftlich gesehen als Spitzenstandort ein.

Zur Verkehrsproblematik mit dem achtspurigen Ausbau der Autobahn A7, dem Lärmschutz und der Überdeckelung sagte Horch: „Mich beschäftigt die gesamte Verkehrsentwicklung, von der Elb-Fahrrinne über die A26, die Wilhelmsburger Reichsstraße bis zur A7.

Bei der A7 erhalten wir große Unterstützung von Bund und EU. Wir gehen mit Ausbau und Koordination einen sehr schwierigen Weg. Die Autobahn geht quer durch die Stadt, die bald zwei Millionen Einwohner zählen wird, und die Verkehrsprognosen für die A7 sehen eine Steigerung von täglich 160.000 auf 180.000 Fahrzeuge voraus.

Der Ausbau führt zwangsläufig zu Behinderungen. Die sollten auch durch kreatives Bemühen in den Bezirken gering gehalten werden.“

Udo Stein, Vorsitzender des Handelskammer-Arbeitskreises Hamburger Süden und Vorstandsmitglied des Wirtschaftsvereins für den Hamburger Süden sagt: „Der Wirtschaft brennt die Verkehrsproblematik mit den täglichen Verkehrsstaus unter den Nägeln, weil in Produktion und Handel so Termine nicht mehr verlässlich eingehalten werden können.“

Stein sieht neben notwendiger Verbesserungen in der Verkehrsinfrastruktur einen wachsenden Bedarf an Vorratsflächen für Gewerbe- und Industrieansiedlungen.

Frage: Welche Rolle würde dabei das Gebiet von Moorburg spielen? Der Moorburger Rainer Böhrnsen hatte schon vor Jahren das Gebiet für einen „Wissenspark“, eine Art Hamburger Silicon Valley, vorgeschlagen. Bezirksamtsleiter Thomas Völsch: „Die Idee mag nicht schlecht sein, aber Hamburgs Hafenentwicklung steht hier an erster Stelle.“

Mit dem „hit Technopark“ in Bostelbek – der von Senator Frank Horch als „allerbestes Beispiel einer privaten Initiative“ bezeichnet wird, der TuTech Innovation GmbH und dem Channel Hamburg bietet Harburg nach den Worten von Völsch bereits einen Innovationsschwerpunkt. In Planung und Vorbereitung sei nun auch das „Neuländer Quarree“ mit einem Technologiepark.

Völsch: „Unternehmen im Hamburger Süden sind mit Forschung und Entwicklung Weltspitze. Ich denke an das tesa Werk, an das Shell-Forschungslabor oder auch an Vossloh Railservices in Rönneburg, die die schnellsten Schienenschleifmaschinen herstellen.“

Wenn sich Hamburg bei Messen im Ausland künftig als wachsender Innovationsstandort den Standort suchenden Unternehmen vorstellt, soll künftig mehr als nur Hafen und Airbuswerk in den Vordergrund gestellt werden.

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