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Industrie ist Motor der Wirtschaft

Baugewerbe profitiert von niedrigen Zinsen und mildem Winter, lediglich der Handel hat Rückgänge

Lüneburg. Die Industrie ist der Motor der regionalen Wirtschaft. Der Einzelhandel dagegen muss Einbußen hinnehmen. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, an der sich mehr als 300 Betriebe beteiligt haben. Zwar fiel der Index erstmals seit Herbst 2012, liegt laut IHK aber mit 123 Punkten immer noch deutlich über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt. „Das Umfrageergebnis bestätigt das hohe konjunkturelle Niveau, auf dem die Unternehmen in unserem IHK-Bezirk wirtschaften“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert.

Im Winter 2013 hatte die Konjunkturumfrage mit 124 Punkten den höchsten Wert seit über zwei Jahren ergeben. „Viele Branchen haben im dritten Quartal 2013 vom Weihnachtsgeschäft und dem milden Winter profitiert, diese Sondereffekte wirken jetzt nicht mehr“, sagt Zeinert.

Die Industrie habe ihre Rolle als Konjunkturmotor wieder eingenommen und könne sich dabei sowohl auf den Binnenmarkt als auch auf den Export stützen. Mittlerweile haben nach Angaben der Kammer drei Viertel der Industriebetriebe eine zufriedenstellende Auslastung erreicht. Nur drei Prozent der Unternehmen sind mit der Lage unzufrieden, vor einem Jahr waren es noch 18 Prozent. Ein Viertel der Industriebetriebe erwartet 2014 eine positive Geschäftsentwicklung, lediglich elf Prozent der Unternehmen rechnen mit Rückgängen.

Das Baugewerbeliegt mit einem Indexwert von 114 Punkten deutlich über dem Wert des Vorjahres. Der milde Winter und die weiterhin günstige Zinssituation sorgen laut IHK für eine anhaltend hohe Nachfrage aus dem privaten Wohnungsbau. Zudem werde wieder stärker in Sanierung und Neubau von gewerblichen Objekten investiert. Trotz der bereits hohen Auslastung rechnen 28 Prozent der Bauunternehmen mit weiteren Zuwächsen, nur jeder zehnte Betrieb geht von schlechteren Geschäften in den nächsten zwölf Monaten aus.

Einzig der Einzelhandel müsse zu Jahresbeginn Rückgänge verzeichnen. Er zeige sich erwartungsgemäß weniger zufrieden als in den Wochen vor Weihnachten. Da das Winter-Saisongeschäft zu großen Teilen ausfiel, rutschte der Indexwert der Branche von 132 Punkten auf einen Wert von 112. „Dennoch profitiert die Branche von der guten Arbeitsmarktsituation und der hohen Ausgabenbereitschaft der Kunden“, so die IHK. Im Ergebnis liegt der Index deutlich über dem Vorjahresniveau von 98 Punkten. Für die nächsten Monate erwarten 22 Prozent der Einzelhändler eine positive Entwicklung, nur 14 Prozent rechnen mit Rückgängen.

Der Großhandel meldet laut IHK konstant gute Konjunkturdaten. Der Index liegt mit 128 Punkten auf sehr hohem Niveau. Insgesamt beurteilen 46 Prozent der Betriebe die Lage als gut, nur sieben Prozent sind unzufrieden. Jeder dritte Großhändler blickt optimistisch auf die Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten.

Das Dienstleistungsgewerbe profitiert laut Kammer von der guten Situation der anderen Wirtschaftsbereiche und liegt mit 141 Punkten an der Spitze der Hauptbranchen. 41 Prozent der Betriebe rechnen mit einer positiven Geschäftsentwicklung.