Harburg
Maschen

Thomas Grambow sieht sich nicht als Außenseiter

SPD-Landratskandidat will Wähler in Winsen, Buchholz und Seevetal besuchen

Maschen. Thomas Grambow verspürt Aufwind. Der Landratskandidat der SPD kann jetzt auf die Unterstützung der Grünen und Linken setzen. „Ich bin als Außenseiter allein für die SPD gestartet, sehe mich aber nun auf Augenhöhe zum CDU-Kandidaten Rainer Rempe. Wir haben jetzt eine Chance zu gewinnen“, sagte Grambow am Dienstag in Maschen. Zwar entscheiden die 206.000 Wähler am 25. Mai direkt über den neuen Landrat. Aber das Gewicht der drei Parteien ist daran abzulesen, dass sie zusammen derzeit über 28 der 63 Stimmen im Kreistag verfügen. „Wir wollen den Trend aufbrechen, dass im Kreis stets der Stellvertreter des Landrats sein Nachfolger wird“, sagte der SPD-Unterbezirksvorsitzenden Klaus-Dieter Feindt. Der Landrat wird noch einmal für acht Jahre gewählt.

Klar ist dabei für Feindt, dass sich für einen erfolgreiche Arbeit des Kreischefs auch die Mehrheitsverhältnisse im Kreistag ändern müssen. „Sonst kann er sich auch nach einer Wahl abstrampeln und wird nicht viel schaffen.“ Die Kommunalwahlen sind auf den September 2016 terminiert.

Die großen Themen für Grambow sind Mobilität, die stärker auf in Hamburg wohnende Pendler ausgerichtet werden soll sowie die Gesundheitsversorgung vor Ort. Dabei kommt es ihm darauf an, dass Ärzte und Pflegepersonal von den Bürgern rasch erreichbar sind. Dabei müsse die Lage auf der Ebene der Gemeinden und nicht auf Kreisebene beurteilt werden. Als Gäste für seinen Wahlkampf erwartet Grambow am 23. April den Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil und am 28. April der Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses des Bundestages, Edgar Franke. In den noch anstehenden gut acht Wochen bis zur Wahl will der SPD-Kandidat zudem seine Hausbesuche in Winsen, Buchholz und Seevetal fortsetzen. Grambow, der bei einer Krankenversicherung im Controlling arbeitet, will als Bürgerlandrat das Gespräch mit den Menschen suchen und deutlich machen, was der Landkreis für die Bürger tun kann.

„Grambow ist ein Ideengeber, der nicht nur verwalten will“, sagte Ruth Alpers, die Vorsitzende der Kreistagsfraktion der Grünen. Sie hatte sich einstimmig für ihn ausgesprochen, zumal der SPD-Politiker sich auch beim Raumordnungsprogramm für den Schutz der Umwelt einsetzen will. Alpers lobte die Kompromissfähigkeit des Kandidaten. Die Linken wollen „pragmatisch“ eine andere Politik im Kreis. „Uns geht es etwa darum, dass die Abfallwirtschaft und andere öffentliche Aufgaben wieder vom Kreis übernommen werden“, sagte Axel Bittner, der Sprecher des Kreisverbandes. „An solche Entscheidungen würde ich ergebnisoffen herangehen“, so Grambow.

Gewinnt er die Wahl wäre er der Vorgesetzte von Rempe, der als Erster Kreisrat zweiter Mann der Verwaltung ist. Und dann? „Ich gehe davon aus, dass er von sich aus gehen wird.“