Harburg
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Nach Kö und Mö kommt nun die Lü

Gewerbetreibende sehen erste Erfolge an der Shoppingmeile Lüneburger Straße. Nun erhält sie ein eigenes Kürzel

Harburg. Mit neuem Logo und neuen Ideen wollen die Grundeigentümer, die sich im Business Improvement District (BID) II engagieren, neue Impulse für die Lüneburger Straße setzen. Zwei entscheidende Grundsteine sind gelegt. Die ersten Studenten sind in die neue Appartement-Anlage von Investor Klaus-Jürgen Hübner eingezogen. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit rechnet Hübner, Inhaber des gleichnamigen Damenmoden-Geschäfts, damit, dass spätestens im Mai ein Großteil der 54 Studenten- Appartements über seinem Ladengeschäft vermietet sein dürften. Mit der Verwaltung und Vermietung der Appartements hat Hübner die Privatbau GmbH beauftragt.

Damit hat der Investor den Weg eingeschlagen, den das BID für die Lüneburger Straße, die auf dem Logo des BID künftig nach dem Vorbild der Düsseldorfer „Kö“ und der Hamburger „Mö“ mit „Lü“ abgekürzt wird, gehen will. „Das Konzept, mit dem Mix aus Wohnen in den Obergeschossen der Häuser in der Einkaufsstraße und hochwertigen Ladengeschäften im Erdgeschoss, soll die Lüneburger Straße beleben“, sagt Peter Kowalsky, BID-Manager und Projektleiter. Damit hat Hübner sozusagen die Initialzündung gegeben. Weitere Hauseigentümer wollen folgen. Während Hübner im Mai 100-jähriges Bestehen seines Damenmoden-Geschäftes feiern wird, schließt bereits in der kommenden Woche das Schuhfachgeschäft Schüttfort für eine Woche die Türen. „Nachdem wir bereits die Fassade aufgewertet haben, wird jetzt der Innenausbau dran sein. Wir investieren in unsere Filiale in der Lüneburger Straße 21, weil wir an den Standort glauben und unseren Kunden die Ware in neuen Räumen moderner aber auch übersichtlicher präsentieren wollen“, sagt Schüttfort-Betriebsleiter Dirk Hillmann. Am 29. März eröffnet die Filiale wieder mit dem gewohnten Kundenservice und der individuellen Beratung. Denn, so Hillmann, auch wenn sich inzwischen viele Schuhgeschäfte vom gut ausgebildeten Personal verabschiedet hätten, sei das für das Haus Schüttfort keine Option. Für die Erdgeschoss-Ladenfläche im ehemaligen Gloria-Kino hat sich inzwischen – nach mehrmonatigem Leerstand – ebenfalls ein neuer Mieter gefunden.

Eine erhebliche Aufwertung, so Kowalsky, habe die Lüneburger Straße im südlichen Teil bereits durch die Aufwertung des Gloria-Tunnels mit dem Künstler-Café Mytoro erfahren, so der BID-Manager. Zum ausgezeichneten Frequenzbringer habe sich, sagt Kowalsky, der DM-Drogeriemarkt am nördlichen Ende, gegenüber von Karstadt, entwickelt. Als Aufwertung sei aus Sicht des BID auch der Einzug der Galerie Lehmann und die Neueröffnung des Juweliergeschäftes in der ehemaligen Douglas-Filiale zu werten. Die Lüneburger Straße befinde sich fast schon in einer Art Aufbruchsstimmung, seitdem das BID II im Oktober vergangenen Jahres seine Arbeit für die kommenden drei Jahre aufgenommen habe. Die Kombination von Ladenflächen, Wohnungen und die Arbeiten am äußeren Erscheinungsbild, wie beispielsweise die Neugestaltung und Verlegung des Spielplatzes, seien, so Peter Kowalsky, als ein Gesamtkonzept zu sehen, nach dem die Kaufleute unter anderem auch am Neuen Wall in Hamburg gearbeitet hätten. „Allein wird es die Lü nicht schaffen. Deswegen arbeiten wir derzeit auch mit Hochdruck an dem Projekt Flächenpool. Dazu werden wir uns auch externe Kompetenz dazu holen“, so Peter Kowalsky. In diesem Flächenpool sollen mehrere Ladenflächen gezielt und gemeinsam vermarktet werden, um für die Lüneburger Straße einen attraktiven Branchenmix zu erreichen. Wie berichtet war ursprünglich im Zusammenhang mit der Erweiterung des Phoenix-Centers geplant, die Betreibergesellschaft ECE an der Vermarktung dieses Pools zu beteiligen. Davon nehmen die Grundeigentümer inzwischen aber ganz deutlich Abstand. Aus ihrer Sicht könne die ECE kein Interesse daran haben, hier an einem guten Branchenmix mitzuarbeiten. „Insgesamt hätten wir uns natürlich von der Politik in Harburg in Sachen Erweiterung des Phoenix-Centers ein anderes Signal gewünscht, sagt Dietrich Landahl, Grundeigentümer und einer der Sprecher des BID II.