Harburg
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Behörde lehnt Stadtrad für Harburg ab

Der Haushaltstitel für das Fahrradleihsystem ist aufgebraucht

Harburg. Der Bezirk Harburg wird sich wohl von der Idee Stadtrad verabschieden müssen. Erst jetzt, fast neun Monate nach einem interfraktionellen Antrag aus der Bezirksversammlung Harburg, fühlt sich die Fachbehörde bemüßigt, eine Antwort zu geben. Und die ist niederschmetternd: Der Topf der Hansestadt für das Projekt Stadtrad ist leer.

In dem Vertrag zwischen der Stadt und der Deutschen Bahn Rent GmbH, heißt es weiter in dem Schreiben, sei ein Umfang von 125 Leihstationen und 1500 Fahrrädern vereinbart. Das System sei nicht „beliebig“ ertweiterbar. „Eine Erweiterung des Stadtrads nach Harburg würde mindestens 15 Leihstationen erfordern, um sinnvoll betrieben werden zu können. Damit würde es sich um eine eigenständige Realisierungsstufe handeln“, lässt die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) die Bezirksabgeordneten wissen. Der Haushaltstitel „Fahrradleihsystem und weitere Maßnahmen zur Förderung des nichtmotorisierten Verkehrs“ aber sei gedeckelt. Für ein Harburger Stadtrad Harburg ist also kein Geld mehr im Haushalt.

Der Bezirk Harburg, ein „größeres und betrieblich relativ eigenständiges Gebiet“, liege laut Fachbehörde „außerhalb des vertraglich vereinbarten Bedienungsgebiet“. Die Empörung über diese erneute Absage in der Harburger Bezirksversammlung ist groß. „Offensichtlich hat man sich in Hamburg zuwenig Gedanken darüber gemacht, das System Stadtrad auf solide finanzielle Füße zu stellen, um alle Bezirk bedienen zu können“, sagt SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath. Den zeitlichen Ablauf, mit dem in der Fachbehörde Anfragen aus Harburg beantwortet würden, halte er „für eine Unverschämtheit“, so der SPD-Politiker aus Harburg.

Bleibt zu hoffen, dass weitere Sponsoren dem Beispiel des Eisenbahnbauvereins folgen. Der hat jetzt auf eigene Kosten eine Stadtrad-Station in der Anzengruber Straße eingerichtet.