Harburg

Harburger CDU verlangt Einsicht in Platinum-Akten

Aus Sicht der Fraktion gibt es zu viele Ungereimtheiten beim Betrieb des Eventcenters

Harburg. Die CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung Harburg verlangt jetzt Akteneinsicht zum Platinum Eventcenter. Nach mehreren anfragen an die Bezrksverwaltung stünden nach wie vor zu viele Ungereimtheiten im Raum, was die Betriebserlaubnis für das Hochzeitszentrum, dass seine Fraktion jetzt alle Akten und Vorgänge einsehen wolle, sagt CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer.

Wie berichtet, hatte das Platinum Eventcenter an der Lauterbachstraße im Dezember seine erste Veranstaltung durchgeführt, ohne dass alle Genehmigungen vorgelegen hätten und ohne, dass alle Auflagen erfüllt gewesen waren. Das jedenfalls behauptet die Bezirksverwaltung. Laut Geschäftsführer Martin Celik habe es eine mündliche Erlaubnis aus der Bauprüfabteilung gegeben. „Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand hätte zu keiner Zeit unter den bestehenden Voraussetzungen auch nur eine Veranstaltung genehmigt werden dürfen“, so Fischer. Es ging um Brandschutzauflagen und Schankkonzessionen.

Celik selbst sieht sich als Opfer einer zum Politikum gewordenen Posse. Das SPD-Mitglied kandidiert für die kommende Bezirkswahl am 25. Mai. Der Geschäftsmann sieht sich zum einen der Kritik der CDU an seinem Hochzeitszentrum in der Harburger City ausgesetzt. Auch innerhalb seiner eigenen Partei sei er zwischen die Fronten geraten. Inzwischen verlangt auch SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath lückenlose Aufklärung im Fall Platinum Eventcenter. Celik war maßgeblich daran beteiligt, den altgedienten SPD-Mann Heimath in dessen Distrikt Harburg-Mitte zu demontieren.

Für „besonders interessant" aber hält die Harburger CDU die ominöse Rolle des ehemaligen SPD-Bezirksamtsleiters Michael Ulrich in der Angelegenheit. „Unsere Fraktion will auch Einsicht in die digitalen Akten. Wir werden prüfen, ob Baudezenrnent Jörg Penner Herrn Ulrich empfangen hat“, so Fischer. Die CDU will zudem wissen, ob Michael Ulrich, der vor Eröffnung des Eventcenters als Mittler und Helfer aufgetreten ist, „alte Kontakte ins Rathaus genutzt hat, um die Sache mit der Baugenehmigung zu beschleunigen“, sagt der CDU-Politiker Fischer. Inzwischen beteuert Ulrich, „nichts mehr mit dem Platinum Eventcenter zu tun" zu haben, wie er mehrfach dem Abendblatt mitteilte.

Unterdessen ist weniger denn je sicher, ob das Patinum Eventcenter überhaupt jemals wieder seine Türen für Hochzeitfeiern, Familienfeiern oder gar Messen, so hatten es die Geschäftsführer mal angekündigt, wird öffnen können. „Die Frage ist doch, ob Herr Celik sich bisher als zuverlässig genug erwiesen hat, um eine Gaststättenkonzession zu bekommen“, so Fischer.