Harburg
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Bayern kaufen Phoenix Höfe

Der Hamburger Investor und Projektentwickler Revitalis verkauft das Wohnprojekt im Harburger Binnenhafen

Harburg. Die Bayerische Versorgungskammer kauft sich im Harburger Binnenhafen ein. Wie jetzt bekannt wurde, hat die Hamburger Projektentwicklungsgesellschaft und Investor Revitalis Real Estate AG bereits im Dezember ihr Projekt „Hamburger Phoenix Höfe“ im Harburger Binnenhafen an die bayerische Versorgungskammer für berufsständische und kommunale Altersversorgung mit nach eigenen Angaben insgesamt 1,9 Millionen Versicherten verkauft.

In erster Linie sind Berufstätige aus der Medizin-Branche bei der Versorgungskammer, die nach eigenen Angaben ein Kapitalanlagevolumen von derzeit 59 Milliarden Euro managt, versichert. Über den Kaufpreis haben beide Vertragspartner Stillschweigen vereinbart.

Bis 2016 plant und baut die Revitalis zwischen Schellerdamm, Veritaskai, Karnapp und dem Bahnhofskanal auf rund 11.500 Quadratmetern zwei Gebäude mit je fünf Geschossen und einem Staffelgeschoss. Rund 140 Mietwohnungen sollen hier entstehen. Zu den Wohnungen werden auch 122 Tiefgaragenplätze angelegt. Eine 1700 Quadratmeter große begrünte Außenanlage und begrünte Innenhöfe für beide Gebäude sollen das Ensemble abrunden. Die Pläne für das Neubauvorhaben stammen aus dem Hamburger Architektenbüro MPP Meding Plan+Projekt. Laut Revitalis-Sprecherin Svea Hoffmann sei der Bauantrag bereits im Januar eingereicht worden. Baubeginn für den modernen Wohnkomplex im Harburger Binnenhafen soll im Sommer sein.

Nachdem die Bayerische Versorgungskammer bereits auf dem Hamburger Markt in der Hafencity als Käufer in Erscheinung getreten war, ist dies nun das erste Immobiliengeschäft südlich der Elbe für die Bayern. „Die Phoenix Höfe sind unser erstes Hamburger Projekt südlich der Elbe. Das neue Quartier am Harburger Binnenhafen verfügt durch die direkte Lage zur Harburger City über eine sehr gute Infrastruktur“, sagt Rainer Komenda, bei der Bayerischen Versorgungskammer verantwortlich für die Transaktion mit der Hamburger Projektgesellschaft.

Erklärtes Ziel der Bayern ist es, verstärkt im Wohnungsmarkt in Hamburg Fuß zu fassen. „Die Bayerische Versorgungskammer investiert vor allem in den großen Städten in Deutschland. Neben München sind hier Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Berlin und eben auch Hamburg interessante Standorte für uns. Neben München sehen wir Hamburg als eine der zukunftsträchtigsten und stabilsten Märkte in Deutschland“, sagt Kathrin Reus, Sprecherin der Versorgungskammer. Und im Wohnungsmarkt rückt vor allem der Stadtteil Harburg anscheinend immer weiter in den Fokus von Investoren. Denn die Zahl der Flächen nördlich der Elbe in Hamburg, die für einen erschwinglichen Preis für den freien Wohnungsmarkt zu haben sind, ist endlich.

Die aktuellen Pläne für das neue Wohnquartier werden durch den Kauf vorerst nicht berührt. „Da die Pläne von Revitalis bereits im Vorfeld mit uns abgestimmt wurden, werden diese auch so umgesetzt“, so Kathrin Reus. Derzeit, so Svea Hoffmann von Revitalis, sei man noch mit dem End-Eigentümer, also der Bayerischen Versorgungskammer, und den Architekten im Gespräch. Da gehe es um planerische Details, die abgestimmt werden müssten. Die 140 Neubau-Wohnungen sollen zwischen 50 und 130 Quadratmeter groß werden und über großzügige Balkone beziehungsweise Terrassen verfügen. Der Mietpreis, so Hoffmann, werde sich nach den ortsüblichen Mieten richten. Weitere Angaben zu den Mieten könnten derzeit nicht gemacht werden. Der Verkauf von Wohnungen, so Svea Hoffmann, sei in keinem Fall geplant.

Nach Angaben der Planer sollen bereits im Jahr 2016 die ersten Mieter in ihre neuen Wohnungen einziehen können. Der Baubeginn ist für diesen Sommer geplant, und der Bauantrag ist bereits im Januar dieses Jahres bei der Harburger Bauprüfabteilung eingereicht worden. Das eigentümergeführte Immobilienunternehmen Revitalis Real Estate AG hat neben dem Hauptsitz in Hamburg auch Niederlassungen in Köln und Dortmund und ist auf Wohnimmobilien spezialisiert.

Erschlossen wird das neue Wohnquartier durch die Theodor-Yorck-Straße. Je mehr Menschen künftig im Binnenhafen wohnen werden, um so drängender wird die Frage nach einem Nahversorger. wie jetzt bekannt wurde, soll der Projektentwickler Lorenz+Partner bereits Pläne für einen Lebensmittelmarkt, eine Drogerie und im Nachgang auch einen Lebensmittel-Vollsortimenter im Köcher haben. Insgesamt aber muss sich Harburgs Politik in absehbarer Zukunft mit dem Thema Versorgung für das neue Quartier im Harburger Binnenhafen befassen.