Harburg
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FDP will Aufklärung über Arbeit der sozialen Beratungsstellen

Die Harburger FDP will Aufklärung über die Arbeit der sozialen Beratungsstelle Harburg/Wilhelmsburg für Wohnungssicherung und Wohnungslose.

Harburg. Wie berichtet, will der SPD-Senat ab April 300.000 Euro in dem Topf, der für die psychosoziale Beratung zur Verfügung steht, mit einem Sperrvermerk versehen. Das Geld soll nur ausgegeben werden, wenn Langzeitarbeitslose oder HartzIV Empfänger, die diese Beratungen in Anspruch nehmen wollen, grünes Licht von ihren Sachbearbeitern im Harburger Jobcenter bekommen.

Die Freien Träger und die Harburger Fraktion Die Linke in der Bezirksversammlung schlagen Alarm. Es werde mal wieder bei den Menschen gespart, die ohnehin keine Lobby hätten. Sie sehen in dem neuen Finanzierungsmodell eine „versteckte Kürzung“. Vor allem Die Linke erachtet es als überaus problematisch, dass nicht ausreichend geschulte Jobcenter-Mitarbeiter nun darüber entscheiden sollen, ob ein Menschen diese Beratung braucht oder nicht.

Jetzt greift die FDP das Thema auf. „Diese Beratung ist Anlaufstelle im Bezirk für Menschen, denen der Verlust der Wohnung droht oder die sie bereits verloren haben. Die Gründe, warum Menschen in diese Situation geraten, sind sehr vielfältig“, so FDP-Fraktionschef Carsten Schuster. Diese Menschen, so Schuster weiter, „bedürfen neben der Beratung einer zielgerichteten Hilfeplanung“. Ob dies in Anbetracht der geplanten Kürzung der Mittel noch machbar sei, sei fraglich.

„Während das Fallaufkommen in den Beratungsstellen in den letzten Jahren gestiegen ist“, sagt der FDP-Politiker, stünde den Trägern künftig weniger Geld zur Verfügung. Bedürftige müssten „teilweise wochenlang auf den Beginn der Hilfe warten“. Eine frühzeitige Hilfe aber, da ist sich Schuster sicher, sei in den meisten Fällen „notwendig und würde zudem Folgekosten reduzieren“.

Um sich ein genaueres Bild machen zu können, beantragt die FDP-Fraktion jetzt, dass Vertreter der Sozialen Beratungsstellen Harburg/Wilhelmsburg für Wohnungssicherung und Wohnungslose in den Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Integration eingeladen werden. Sie sollen über die Entwicklung und den Bedarf in den Beratungsstellen berichten.