Harburg
Moment mal!

Was ich nicht mehr hören will

Eine Glosse von Rainer Burmeister

Na, schon gute Vorsätze gefasst für das neue Jahr? Ich auch nicht. Dieses ewige "weniger dies, aber mehr das oder am besten überhaupt nicht mehr" kann einem wirklich die schönste Silvesterlaune verderben und auch ganz ohne Alkohol einen Neujahrskater verursachen.

Ich drehe den Spieß um und habe mir überlegt, was ich im kommenden Jahr überhaupt nicht mehr hören oder erleben möchte. Auf dem ersten Platz meiner Anti-Hitparade sind die Callcenter-Warteschleifen diverser Störungs- oder Beschwerdestellen. Da zeigt zum Beispiel mein kabelgestütztes HD-TV-System nur noch Blue-Screen. Beim Notdienst-Anschluss sülzt eine kuschelweiche Frauenstimme: "Wir freuen uns über Ihren Anruf!" Ihr mich auch!

Nachdem ich 1, 2 oder 3 drücken oder sagen musste, heißt es in der nächsten Warteschleife: "Bitte haben Sie etwas Geduld. Alle Kundendienstberater sind im Gespräch." So, so, die klönen also miteinander, während ich mich in Geduld fassen soll.

Verzichten kann ich auch auf einige Mitarbeiter von Reparaturannahmen. "Die Bremsen meines Autos quietschen fürchterlich", klage ich in der Werkstatt mein Leid. "Okeeeeh", heißt es gedehnt als Bestätigung. Nein, ich finde das überhaupt nicht okay, sonst wäre ich ja wohl nicht vorbeigekommen. Der Werkstattmann zuckt bedauernd die Schultern. Und wieder denke ich: "Keiner versteht mich."

Ein Dauerbrenner ist "Schöntachnoch", was einem an der Supermarktkasse selbst dann noch lustlos gewünscht wird, wenn es draußen gießt. Künftig werde ich die Mitarbeiter aus dem Takt bringen und zuerst "Schöntachnoch" sagen. Na, wenn das kein guter Vorsatz für 2014 ist!