Harburg
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Wie sieht Harburg 2050 aus?

Wirtschaftsverein vermisst Ansiedlungsmöglichkeiten für zukunftsweisende Wohnungsbauprojekte im Bezirk

Harburg. Wie wird Harburg in der Zukunft aussehen? Wie stehen die Chancen des Stadtteils im Vergleich zum Umland und den Quartieren nördlich der Elbe? Der Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden hat sein 2008 erstmals vorgestelltes Impulspapier für die Stadtentwicklung „Harburg Vision 2020/50“ überarbeitet und startet mit Beginn des neuen Jahres, die zweite Überarbeitung „Perspektiven für den Hamburger Süden“ mit Leben zu füllen. Projektkoordinatorin Anette Christina Eberhardt, Vorstandsvorsitzender Jochen Winand und Wirtschaftsvereins-Geschäftsführerin Uta Rade sehen in der aktualisiertren „Drei-Punkt-Null-Fassung“ eine weitere Verfeinerung der Projektentwicklungen auf Bereiche, die in Zukunft eine Chance bieten, auch in die Tat umgesetzt werden zu können.

Politik, Verwaltung und Bewohner Harburgs hatten sich in Projektarbeitskreisen mit dem Wirtschaftsverein bereits in den Vorjahren um Verbesserungen für Harburg gekümmert. Herausgekommen ist dabei unter anderem der derzeitige Bauboom im Bereich der Studentenwohnungen. Insgesamt ist die Technische Universität als der Zukunftsfaktor für die positive Entwicklung Harburgs erkannt worden.

Jochen Winand, Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftsvereins: „Wir haben in unserer 3.0-Fassung des Impulspapiers acht Projektbereiche aufgezeigt und dabei mit besonderem Schwerpunkt das Thema Wohnen aktualisiert. Wie es in Harburg besser geht, zeigen die aktuellen Bauprojekte im Binnenhafengebiet. Harburg bietet insgesamt aber zu wenige adäquate Ansiedlungsmöglichkeiten im Vergleich zu dem südlichen Umland Hamburgs.“

Die weiteren Projektschwerpunkte lauten: „Techgates und Seehäfen – Harburgs Stärken stärken“, „Verkehrsinfrastruktur – Der Süden verbindet“, „Nachwuchscampus – Wissen, was mehr bringt“, „Studentenstadt – Studierst du nur oder wohnst du auch?“, „Standortvermarktung – Harburg, Hamburgs starker Süden“, „Sammlung-Falkenberg – Mittelpunkt der KulTour“ und „Cityentwicklung – Das Herzstück Harburg“.

Zur Cityentwicklung sehen Projektkoordinatorin Anette Christina Eberhard wie auch Wirtschaftsvereins-Geschäftsführerin Uta Rade zum Teil neue Zielsetzungen, die durch den Ende vergangenen Jahres gestarteten Innenstadtdialog gesteckt werden. Etwa 140 Teilnehmer waren im November bei der Auftaktveranstaltung im Rieckhof gezählt worden. Inzwischen gibt es im Internet unter www.harburgneudenken.de auch verschiedene Vorschläge für Verbesserungen in der Innenstadt. Das leer stehende Harburg Center am Harburger Ring ist vielen Harburgern ein Dorn im Auge. Es gibt neue Nutzungsvorschläge von Kurzzeitbüro bis Bowlingbahn und Fastfood-Restaurant.

Der Innenstadtdialog war auf Anregung des SPD-Abgeordneten Muammer Kazanci von der Bezirksversammlung beschlossen worden. Für die Organisation der Bürgerbeteiligung wurden 35.000 Euro bereitgestellt. Das Büro „Urbanista Stadtentwicklung & Kommunikation“ ist mit dem Dialogverfahren beauftragt. Untersuchungen und Entwicklungsschritte für Verbesserungen in der Innenstadt wurden 2010 auch schon von den Büros Elbberg sowie BulwienGesa in einem Masterplan vorgelegt. Dabei ist unter anderem die Anregung zum Bau einer Landschaftsbrücke zwischen Innenstadt/Am Wall und Binnenhafen/Schellerdamm zu Stande gekommen. Parallel sind Grundeigentümer der Innenstadt inzwischen im BID-II Lüneburger Straße/Lüneburger Tor mit Verbesserungen befasst.

Bevorstehende Termine des Innenstadtdialogs sind ein Expertencheck am 27. Januar, bei dem alle bis 20. Januar eingereichten Ideen unter die Lupe genommen werden sollen. Am 10. Februar folgt eine Auswahl der zehn Top-Ideen und am 24. Februar geht es um die Weiterentwicklung der Top-Ideen zu Top-Projekten. Anette Christina Eberhardt sagt, dass der Wirtschaftsverein mit seiner 3.0-Zielsetzung auch die im Masterplan von 2010 aufgezeigten Ansätze fortsetzen will: „Harburg benötigt ein städtebauliches und funktionales Zukunftskonzept, das im Zusammenspiel der Entwicklung der City Harburg inklusive des Bereiches Sand, des Harburger Binnenhafens und der TUHH erarbeitet werden soll.“ Der Wirtschaftsverein setzt vier Strategien mit Namen „Technopolis“, „Campus“, „Ankerplatz“ und Stadterlebnis/Elbe“ für die Zukunftsentwicklung Harburgs an. Winand: „Die Zielsetzung lautet, der Süden Hamburgs soll zum Place to be für Unternehmen, Wissenschaft, Familien und Individualisten werden. Die Potenziale Harburgs und seines Umlandes gilt es entsprechend auszubauen.“