Tostedt

Tostedter Freibad wird saniert, aber nicht verlegt

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Ines van Rahden

Ausschuss spricht sich für Verbleib am Standort aus. Bürger hatten auf Naturbad gehofft

Tostedt . Auch, wenn die zukünftige Gestaltung noch nicht abschließend geklärt ist: das Tostedter Freibad soll bleiben, wo es ist. Nämlich im Ortskern, in unmittelbarer Nähe zum Rathaus. Die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Umwelt und Planung der Samtgemeinde sprachen sich mehrheitlich für den bewährten Standort aus. Sollte der Rat der Ausschussempfehlung folgen, ist damit allerdings auch die von den Bürgern favorisierte Umwandlung in ein naturnahes Bad vom Tisch. Dann würde die Einrichtung lediglich in Teilen saniert.

Einen entsprechenden Antrag brachten CDU, FDP und WG in den Ausschuss ein. Da eine „wünschenswerte Vollsanierung“ auch mittelfristig nicht seriös zu finanzieren sei, sprachen sich die Fraktionsmitglieder für eine Teilsanierung aus. „Wir müssen zunächst unsere Pflichtaufgaben erfüllen“, sagte Wolfgang Zahn. „Der Haushalt ist kein Selbstbedienungsladen, in dem man anschreiben lassen kann. Wir können uns eine weitere Verschuldung nicht erlauben“, betonte auch Ernst Müller. Samtgemeindebürgermeister Dirk Bostelmann hatte die Ausschussmitglieder zuvor darauf hingewiesen, dass der Haushalt nicht genehmigungsfähig sein könnte, sollten am Ende zu viele Investitionen eingebracht werden.

Als „wirtschaftlichste Lösung“ wertete Waldemar Hindersin (Grüne) die vom Planungsbüro Aquatekten vorgeschlagene Naturbad-Version „Elipso“. „Vorteil ist, dass nicht das ganze Becken statisch abgefangen werden muss.“ Außerdem könne so der Gebäudebestand und auch die Technik teilweise erhalten und optimiert werden. Burkhard Allwardt (fraktionslos) rechtfertigte den Wunsch nach der Gestaltung eines Naturbades mit dem Votum der Bürger. „Ein Großteil hat sich bei der Befragung dafür entschieden. Wir haben sie nun lange genug warten lassen. Deshalb sollten wir endlich sagen: Ja, ihr bekommt euer Bad.“ Was „Neues“ würde für die Samtgemeinde außerdem ein Alleinstellungsmerkmal bedeuten. Für eine „größere Lösung“ sprach sich auch Reinhard Riepshoff aus. „Wir wollen kein Provisorium, das dann wieder 20 Jahre halten muss“, sagte der Sozialdemokrat. „Auch nach einer Teilsanierung bleibt es immer noch das alte Bad.“ Jasmin Kramer, Vorsitzende des Fördervereins Rettet das Freibad Tostedt zeigte sich nach der Sitzung leicht enttäuscht. Sie hatte sich handfestere Ergebnisse erhofft. Kramer: „Wir machen weiter. Für die Tostedter.“

Die Mehrheitsfraktion setzte sich am Ende mit ihrem Antrag durch. Die Verwaltung soll dem Rat nun eine Planung mit den notwendigen Sanierungsmaßnahmen vorlegen, die die Auskleidung des Beckens mit Folie und Schwallrinne sowie einer umlaufenden Pflasterung beinhalte. Optional könnten noch die Sanierung der Umkleideräume und des Sanitärbereichs in Erwägung gezogen werden. Auch die Umgestaltung des Eingangsbereichs soll in die weitere Beratung einbezogen werden. In der Beschlussempfehlung heißt es weiter, dass dem Rat dazu ein detaillierter Kostenplan mit Leistungsverzeichnis zur Entscheidung vorgelegt werden soll.

( (ivr) )

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