Buchholz

Buchholzer fürchten Verkehrslärm

Anwohner des Hopfenbergs kritisieren Pläne für Zivildienstschulen-Gelände scharf

Buchholz. 50 Wohnungen, ein Kindergarten, ein Altenheim, ein Hubschrauberlandeplatz: Das alles soll auf dem Gelände der früheren Zivildienstschule in Buchholz entstehen. Nachdem die Entwürfe im Sommer erstmals öffentlich vorgestellt worden waren, hatten Anwohner am Montagabend die Möglichkeit, im Gespräch mit Krankenhausleitung, Stadt und Planungsbüro ihre Bedenken vorzutragen. Während der Hubschrauberlandeplatz für die Anwohner offensichtlich kein Problem darstellte – Krankenhaus-Geschäftsführer Norbert Böttcher ging von etwa einem Einsatz pro Monat aus – sorgten sich die Anwohner vor allem um die künftig höhere Verkehrsbelastung.

Die Pläne sehen vor, den alten Kindergarten am oberen Ende der Hermann-Stöhr-Straße durch einen Neubau am unteren Ende der Straße zu ersetzen. Daneben soll ein neues Alten- und Pflegeheim gebaut werden, das das jetzige Heim an der Steinbecker Straße ersetzen soll. Anstelle der Zivildienstschule sind sechs Wohnhäuser mit zwei bis drei Stockwerken geplant. „Wir gehen von täglich etwa 600 Fahrzeugbewegungen aus“, sagte Volker Rathje vom Planungsbüro Elbberg. Davon seien etwa 20 dem Kindergarten, 350 dem Altenheim und der Rest den Anwohnern zuzuordnen. Solange die Zivildienstschule in Betrieb war, wurden um 150 Fahrten pro Tag erreicht. 600 Autobewegungen waren einigen Bürgern deutlich zu viel. „Das werde ich so nicht hinnehmen“, sagte ein aufgebrachter Anwohner des Hopfenbergs. Er verwies darauf, dass die Hopfenberg-Anrainer vor einigen Jahren gemeinsam mit der Stadt ein Konzept zur Umgestaltung der Straße entwickelt hatten. Er fragte: „Wird das jetzt ausgehebelt?“ Rathje stellte auch eine alternative Verkehrsführung zwischen den landkreiseigenen Seniorenwohnanlagen an der Steinbecker Straße hindurch vor. Ein anderer Zuhörer sorgte sich um die Senioren: „Wie sollen die denn aus dem Loch herauskommen, wenn sie zur Bushaltestelle wollen?“ Denn wie Rathje darstelle, beträgt der Höhenunterschied bis hinauf zur Steinbecker Straße 15 bis 20 Meter. Man hätte das Altenheim doch auch am oberen Ende der Straße planen können. Böttcher erklärte dazu, dass dem Landkreis nur ein Teil des Geländes gehöre und das Altenheim zudem über das Krankenhaus, zum Beispiel mit Fernwärme, versorgt werde. An einer Lösung zur Überwindung des Höhenunterschiedes werde gearbeitet.

Die Teilnehmer auf dem Podium wiesen darauf hin, dass man sich in der Planungsphase befinde und der Stadtrat noch nichts entschieden habe. Die „frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung" gibt Bürgern noch bis 2. Dezember die Gelegenheit, ihre Einwände bei der Stadt vorbringen.