Harburg
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TU und Handwerk wecken Interesse

Mit dem Pilotprojekt Nachwuchscampus werden Schüler auf Studium und Ausbildung vorbereitet

Harburg. „In Deutschland fehlen 90.000 Ingenieure", sagt Dr. Ralf Grote, Leiter des Präsidialbereichs an der Technischen Universität Hamburg in Harburg. Und Oliver Thies, Leiter der Bildungspolitik an der Handwerkskammer Hamburg, macht deutlich, dass das Handwerk ähnlich in der Klemme stecke und qualifizierten Nachwuchs bitter nötig habe.

Da kommt das Pilotprojekt „Nachwuchscampus“ wie gerufen, das gestern an der TUHH vorgestellt wurde. Es stellt die Verbindung zwischen allgemeinbildenden Schulen und Unternehmen von Industrie und Handwerk her. Ziel ist dabei das Interesse der Schüler an den sogenannten MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu wecken. Im Allgemeinen ist das Schülerinteresse an diesen Fächern eher weniger groß. Aber Gesine Liese, die seit 2006 an der TUHH bereits das Projekt Kinderforscher mit Erfolg betreut, arbeitet nach dem anschaulichen und gut verständlichen Fernsehschema „Sendung mit der Maus“. Da wird beispielsweise die Tafel Schokolade gezeigt und gefragt, wie dieses Produkt zu Stande kommt.

Ähnlich werden jetzt im Projekt Nachwuchscampus Schüler der siebten bis neunten Klassen mit sogenannten Recherchebögen auf Produkte und Produktionsweisen von Industrie- und Handwerksbetrieben aufmerksam gemacht. Im Schulunterricht wird an einem Thema zu Forschung oder technischer Entwicklung gearbeitet. So kommen die Schüler vorbereitet zu einem relativ kurzen Treffen in die Betriebe, um sich mit den Beschäftigten gedanklich auszutauschen. Betriebsabläufe kommen durch die Besuche der Schulklassen somit nicht aus dem Takt.

In der Entwicklung des Projekts waren bereits eine neunte Klasse des Heisenberg Gymnasiums (Harburg) und des Bondenwald Gymnasiums (Niendorf) in Firmenkontakt. Leonie Hartge und Hendrik Munske vom Heisenberg Gymnasium hatten sich in ihrer Klasse mit Hochwasserschutz in Hamburg beschäftigt. Praktisches Kennenlernen war dann auf der Baustelle der Harburger Firma Aug. Prien an der Harburger Hafenschleuse, wo die Schüler unter anderem die Unterwasserarbeit eines Tauchers erlebten. „Man kann sich Zusammenhänge nun besser erklären, was im normalen Mathe- und Physikunterricht sonst schwierig ist“, sagt Leonie Hartge. Die neunte Klasse des Gymnasiums Bondenwald kooperiert mit der Firma Sasolwax.

Am Projekt, das am 24. März 2014, eine Abschlussveranstaltung an der TUHH hat, beteiligen sich Klassen des Friedrich-Ebert-Gymnasiums, des Alexander von Humboldt Gymnasiums, des Gymnasiums Süderelbe, der Goetheschule Harburg, der Stadtteilschule Süderelbe und der Bonifatiusschule Wilhelmsburg. Projektbeteiligte sind neun Firmen, der Wirtschaftsverein und nicht zuletzt die Haspa.

www.nachwuchscampus.de