Tostedt

Tostedter Schule vor dem Aus?

Die Grünen befürchten, dass eine Schließung der Grundschule Dieckhofstraße nicht zu vermeiden ist

Tostedt . Die Kinderschar der gesamten Grundschule Dieckhofstraße sitzt vor Ute Richter. Dennoch hat sie keine Mühe, jeden einzelnen Schüler beim Namen zu nennen. An der Grundschule Dieckhofstraße kennt jeder jeden. 73 Kinder besuchen das denkmalgeschützte Haus mit der ausladenden Holztreppe und den Sprossenfenstern. Eine kleine Gemeinschaft, ein schnuckeliges Haus. Das macht die Schule so beliebt bei den Eltern. Doch wegen ihrer geringen Größe droht der Schule einmal mehr die Schließung.

Erst kürzlich hat der Landesrechnungshof die Gemeinde Tostedt kritisiert. Der Grund: Die Samtgemeinde investiere in einen Neubau der Grundschule an der Poststraße, halte aber weiter die Grundschule an der Dieckhofstraße aufrecht. Die Grünen sind überzeugt, dass sich eine Schließung der Außenstelle langfristig nicht vermeiden lässt. Als Grund führen sie den Neubau an der Grundschule Poststraße an. Ihrer Ansicht nach ist der Bau so großzügig ausgefallen, dass genügend Platz wäre, dort auch die Schüler von der Dieckhofstraße zu unterrichten. Es ist nicht das erste Mal, dass sie Kritik an dem zweiten Bauabschnitt äußern. Vor allem, nachdem klar war, dass die Realschüler nicht mehr an der Poststraße unterrichtet werden und die leeren Räume für die Grundschule an der Poststraße genutzt werden können. Dass jetzt noch 2,36 Millionen Euro für die Erweiterung ausgegeben werden, obwohl die Grundschule Poststraße nun zusätzlich die gesamten Räumlichkeiten der Töste Realschule zur Verfügung hat, sei für sie unbegreiflich. „Es hätte viel mehr Geld gespart werden können“, sagt Peter Dörsam. Doch die Grünen drangen bei der Ratsmehrheit mit ihrer Forderung nicht durch, die Grundschulerweiterung noch stärker als vorgesehen abzuspecken.

Ursprünglich sollte die Grundschule Poststraße um 1600 Quadratmeter vergrößert werden. Jetzt, da die Töste Realschule hinzukommt, sind es 340 Quadratmeter und 550.000 Euro weniger. Der Platz dort reiche aus, um dort auch die Schüler von der Dieckhofstraße unterzubringen, finden die Grünen. Sie befürworten eine dezentrale Standortstruktur wegen der kürzeren Schulwege. Außerdem glauben sie, dass dadurch tendenziell weniger Schüler in einer Klasse unterrichtet werden. Nach dem Motto: Kleine Schule heißt auch kleine Klassen.

In der kleinsten Klasse sitzen 15 Kinder. Peter Dörsam übt deshalb Kritik mit den Worten: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Grundschule weiter bestehen bleibt, wenn es leere Räume an der Poststraße gibt.“