Jesteburg

Ministerin entwirft ein Modell der Gesundheitsregion

Vertreter aus Politik und Medizin beim Treffen der Gesundheitswirtschaft

Jesteburg. 450 000 Mitarbeiter sind in Niedersachsen zurzeit in den unterschiedlichsten Bereichen der Gesundheitswirtschaft tätig. Damit ist diese Branche der zweitgrößte Arbeitgeber im Land. Eine Zahl, die zunächst gut klingt, allerdings ist die Verteilung in den Regionen viel zu unterschiedlich, als dass sie wirklich beruhigen könnte.

Im Gegenteil: Während es in den größeren Städten ein Überangebot an Fachkräften in der medizinischen Versorgung gibt, sind Ärzte und Pflegekräfte auf dem platten Land Mangelware. Ein Problem, das in zehn Jahren durch die Alterung unserer Gesellschaft noch viel brisanter werden wird. Um Strategien für eine angemessene und finanzierbare Gesundheitsversorgung in der Zukunft ging es deshalb beim Unternehmerfrühstück in der Waldklinik in Jesteburg, zu dem sich Vertreter aus Politik und Gesundheitswirtschaft trafen.

Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt war aus Hannover gekommen, um die Pläne des Landes zu diesem Thema vorzustellen und sich den Fragen der Vertreter der Medizinbranche zu stellen. Sie präsentierte das Modell der „Gesundheitsregion“, bei dem verstärkt Synergien und Kooperationen aller medizinischen Bereiche vom Krankenhaus über die Ärzteschaft bis hin zur Pflege entstehen sollen.

Denn Fakt ist, dass zwei Drittel aller niedersächsischen Krankenhäuser, vor allem die kleineren Einrichtungen in den ländlichen Regionen, Defizite schreiben. „Wir haben inzwischen mehr mit Insolvenszverwaltern, als mit Krankenhausleitern zu tun“, so Rundt. Ohne die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen hätten diese Häuser keine Überlebenschance.

Wie das funktionieren könne, zeige zum Beispiel die Zusammenarbeit der Krankenhäuser in Winsen und Buchholz, die außerdem zusätzlich mit den Reha- Spezialisten der Jesteburger Waldklinik im Verbund stehen. Kooperation sei auch das Stichwort für niedergelassene Ärzte und Pflegepersonal. „Ambulante ärztliche Versorgung und Reha müssen besser verzahnt werden“, forderte die Sozialministerin.

Um vor allem Hausärzte aufs Land zu locken, legen des Land Niedersachsen und die Krankenkassen erneut eine Idee auf, die schon in der Vergangenheit für eine Entspannung beim Ärztemangel gesorgt hatte: aus einem Fonds, der rund eine Million Euro umfasst, sollen Mediziner bei Praxisgründungen unterstützt werden und vor allem für die umworbenen jungen Ärztinnen die passenden Rahmenbedingungen für ein Leben und Arbeiten auf dem Land geschaffen werden.