Eißendorf

SPD will Druck auf Post aufbauen

Die Schließung der beiden Postfilialen in Heimfeld und Eißendorf wird jetzt auch Thema in der Bezirksversammlung

Heimfeld/Eißendorf . Die Schließung der beiden Postfilialen in der Heimfelder Straße und im Hainholzweg (das Abendblatt berichtete) wird jetzt auch die Harburger Bezirksversammlung beschäftigen. In ihrer Fraktionssitzung will die SPD-Fraktion über einen Antrag abstimmen, in dem „wir mit Nachdruck die Deutsche Post auffordern, Ersatz für die beiden geschlossenen Filialen zu schaffen und ihrem öffentlichen Auftrag, ein flächendeckendes Versorgungsnetzaufrecht zu erhalten nach zu kommen“, so SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath. „Postkunden, die sich über die Schließung der beiden Filialen beschweren wollen, sollten dies unbedingt unter der Telefonnummer 0228/43 33 111 tun. so können wir gemeinsam den öffentlichen Druck auf die Post erhöhen“, sagt der Harburger Bezirksabgeordnete.

Denn dieser Auftrag, so Heimath, sei derzeit nicht erfüllt, und das sei ein „unhaltbarer und inakzeptabler Zustand für Harburg, vor allem vor dem Hintergrund, dass schon vor der Schließung der beiden Filialen die Ausweich-Filiale in den Arcaden in der Lüneburger Straße hoffnungslos überfüllt war, und jetzt die Leute natürlich bis zur Tür Schlange stehen müssen“. Unterdessen kündigte der Betreiber der zweiten Ausweichfiliale im Handweg in Marmstorf, Salman Hiddet, an, sich mit einer Aufstockung seines Personals auf zusätzliche Postkunden einstellen zu wollen.

„Bei mir ist deutlich mehr los, seit die Postfilialen in Eißendorf und Heimfeld geschlossen wurden", sagt Salman „Samo“ Hiddet, 35, Besitzer des „Marmstorfer Kiosk" mit Postagentur am Handweg in Marmstorf. Kein Wunder: Ein Verweis auf seine Zweigstelle hängt auch an der geschlossenen Post an der Heimfelder Straße. Hiddet: „Wir werden unsere Poststelle ab sofort auch sonnabends bis 20 Uhr geöffnet haben. In der Woche ist eh schon von 8 bis 20 Uhr Postdienst.“

Zahlreiche Kunden, die sonst in Eißendorf und Heimfeld ihre Postangelegenheiten abwickelten, hätten sich empört über die Schließung gezeigt, so Hiddet. Andere waren besorgt, ob der Schalter in Marmstorf auch geschlossen werde. Davon könne aber keine Rede sein, so der Kioskbetreiber, der seit 2006 mit der Post zusammenarbeitet. „Wir wollen und werden unseren Beitrag dazu leisten, dass die Kunden nicht lange in der Schlange stehen müssen", sagt Salman Hiddet.

Laut öffentlichem Auftrag der Deutschen Post muss die nächste Filiale innerhalb von 2000 Metern erreichbar sein. Post-Sprecher Martin Grundler weist darauf hin, dass auch nach der Schließung der zwei Partnerfilialen in der Heimfelder Straße und im Hainholzweg Ende vergangener Woche der gesetzliche Auftrag in Harburg erfüllt sei. Im ganzen Bezirk, so Grundler, betreibe die Deutsche Post jetzt 13 Partnerfilialen, zehn Verkaufspunkte. Hier können Postkunden lediglich Brief- und Paketmarken kaufen. „Zudem haben wir gerade 27 Paketshops eingerichtet und planen bis Jahresende, diese Zahl zu steigern“, sagt Martin Grundler. Wer hier sein Paket abgeben will, muss sich vorher die Paketmarken besorgt haben. In den Shops werden die freigemachten Pakete lediglich angenommen.

Selbst wenn das Filialnetz der Deutschen Post jetzt nach Schließung der zwei Filialen, die von dem Harburger Kiosk-Betreiber Ibrahim Armagan geführt wurden, laut Grundler dem gesetzlichen Auftrag entspricht, setze die Post alles daran, die Lücken schnellstmöglich zu schließen. „Wenn von uns unverschuldet eine Partnerfiliale wegfällt und damit die Versorgung gefährdet ist, haben wir drei Monate Zeit, um die das Versorgungsnetz wieder zu schließen. Wir arbeiten daran, in diesem Fall schneller für Ersatz sorgen zu können, im Interesse unserer Kunden, aber auch in unserem eigenen Interesse“, sagt Martin Grundler. Der Post-Sprecher weist in diesem Zusammenhang auch auf die Internet-Adresse www.postfinder.de hin. Hier können sich Kunden über die einzelnen Service-Angebote in ihrer Nachbarschaft informieren.