Kommentar

Post in Erklärungsnot

Rachel Wahba

Die Wut der Harburger über diese Hauruck-Aktion der Deutschen Post, von heute auf morgen gleich zwei Filialen stillschweigend zu schließen, ist nur zu verständlich.

Die von der Post per Aushang angebotenen Alternativen in der Lüneburger Straße und im Handweg, der immerhin in Marmstorf liegt, sind in der Tat lächerlich. Insbesondere für ältere Mitbürger, die eben nicht ihre gesamte Korrespondenz per E-Mail erledigen können, sind diese Alternativen nicht hinnehmbar. Da mag es kaum trösten, dass die Deutsche Post als freies Unternehmen, eigentlich tun und lassen kann, was sie will mit ihren Filialen. Die Verpflichtung, eine flächendeckende Versorgung zu garantieren ist so wachsweich wie auslegbar.

Eines ist klar: Weder die Politik, die Senatskanzlei im Hamburger Rathaus noch die Verwaltung in Harburg haben die geringste Handhabe, die Post unter Druck zu setzen, um diese Schließungen rückgängig zu machen. Trotzdem ist es für den Bezirk Harburg wichtig, dass sich Verwaltung wie auch Politik vehement dafür einsetzen, dass die Harburger adäquaten Ersatz für beide Filialen bekommen, und zwar schnell.

Über die konkreten Gründe, warum beide Verträge mit den Partnern derart kurzfristig aufgelöst wurden, lässt sich wirklich nur spekulieren, weil sich der Post-Sprecher dazu nicht im Detail äußern will oder darf. so lange diese Frage aber nicht geklärt ist, darf auch darüber spekuliert werden, ob die Post jetzt so ihr Filialnetz durch die Hintertür weiter ausdünnt.

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