Tostedt

Pläne für Combi-Markt vorgestellt

Weiteres Lebensmittelgeschäft für Tostedt? Thomas Degen (CDU) für Kritik an Tostedtern ausgebuht

Tostedt. Einmal Edeka, zweimal Rewe, zweimal Aldi, je einmal Lidl und Penny – braucht Tostedt da noch ein weiteres Lebensmittelgeschäft? „Nein“, meinten rund 350 Bürger am Montagabend bei der Einwohnerversammlung, in der das Handelsunternehmen Bünting seine Pläne für einen Combi-Verbrauchermarkt an der Tostedter Bahnhofstraße vorstellte. Seit zwei Jahren versucht die Bünting-Gruppe aus Leer in Tostedt Fuß zu fassen. Der favorisierte Standort umfasst den ehemaligen Schlecker-Markt, in dem seit März das Fundus-Kaufhaus des DRK ansässig ist, sowie einige Nachbargebäude und den Parkplatz an der Ecke Triftstraße. Die Gebäude müssten für das Bauvorhaben abgerissen werden. Da Käufer und Grundeigentümer sich nun über einen Verkauf einig geworden sind, hat Bünting bei der Gemeinde Tostedt beantragt, für das Gebiet einen Bebauungsplan aufzustellen.

Passiert ist seither noch nichts, da der Planungs- und Umweltausschuss sich dafür ausgesprochen hatte, zunächst die Bürger über die Pläne zu informieren. Die stellte Kai Müller aus der Expansionsabteilung von Bünting nun vor: Geplant ist ein Verbrauchermarkt mit einem Sortiment aus rund 27.000 Artikeln, davon 90 Prozent Food. Ein Schwerpunkt liege auf Frische und auf regionalen Produkten. Das Gebäude umfasst 2800 Quadratmeter Nutzfläche, einschließlich eines Bäckers mit Café, eines Floristen und der Sozialräume. Hinzu kommen 114 Parkplätze sowie eine Terrasse für das Café. Die Zufahrt soll über die Bahnhofstraße erfolgen. Combi verspricht, 60 neue Arbeitsplätze (die Mieter eingeschlossen) zu schaffen.

Die Bürger, die am Montag ihre Fragen stellten, äußerten sich überwiegend skeptisch bis ablehnend. Viele sorgten sich, dass der Markt mehr Verkehrsaufkommen mit sich bringe und damit auch Gefahren für die Kinder, die Grundschule und Kindergarten nebenan besuchen. Andere meinten, Tostedt habe sieben und damit genug „Verbrauchermärkte“ – ungeachtet der Tatsache, dass nur Rewe und Edeka echte Verbrauchermärkte sind, Lidl, Aldi und Penny dagegen Discounter mit eingeschränktem Sortiment. Wie Bauamtsleiter Axel Seute mitteilte, bescheinige ein Handelskammergutachten der Gemeinde Tostedt ohnehin noch Potenzial für „rund 2500 Quadratmeter“ Verbrauchermarkt. Weitere fragten auch nach alternativen Nutzungsmöglichkeiten für das Grundstück, wieder andere sorgten sich um das DRK-Kaufhaus. Allerdings war dem DRK von vornherein – eben wegen der Combi-Pläne – nur ein befristeter Mietvertrag angeboten worden. Zwei Jugendliche hätten lieber „mehr Klamotten- als Lebensmittelgeschäfte“. Und nicht zuletzt gefielen vielen Zuhörern auch die Optik und die Größe des Gebäudes nicht.

Allerdings gab es auch Befürworter: Thomas Degen, Mitglied der CDU-Fraktion im Gemeinderat, beklagte, dass die Tostedter neuen Dingen oft so ablehnend gegenüberstehen und offensichtlich keinerlei Veränderungen wollten. Dafür wurde er ausgebuht.

Sowohl Seute als auch Samtgemeindebürgermeister Dirk Bostelmann (CDU) wiesen darauf hin, dass der Standort der einzig mögliche sei, an dem ein Markt dieser Größenordnung stehen könnte. Der Gemeinderat hatte im Zusammenhang mit der Debatte um einen Rewe-Markt am Ortsausgang vor zwei Jahren festgelegt, dass Verbrauchermärkte im Ortskern anzusiedeln sind. Die geplante Erweiterung des Kaufhauses Bade habe in die Analyse der Handelskammer keinen Eingang gefunden, weil dies zum damaligen Zeitpunkt noch nicht bekannt gewesen sei, sagte Seute.